Kommunales

Reichen die EU-Mittel für Vorpommern?

Die Fraktion der Linken des Landtages ist in dieser Woche auf Tour im Kreis Vorpommern-Greifswald. Sie will wissen, was Kommunen, Vereine und Verbände von ihnen in der Zukunft erwarten.
Rita Nitsch Rita Nitsch
Dr. Mignon Schwenke und Simone Oldenburg von der Landtagsfraktion der Linken bedankten sich bei ihren Gesprächspartnern Niels Gatzke von der RAA, bei Bürgermeisterin Sandra Nachtweih sowie bei Andrea Gronwald, Geschäftsführerin der Pomerania e.V..
Dr. Mignon Schwenke und Simone Oldenburg von der Landtagsfraktion der Linken bedankten sich bei ihren Gesprächspartnern Niels Gatzke von der RAA, bei Bürgermeisterin Sandra Nachtweih sowie bei Andrea Gronwald, Geschäftsführerin der Pomerania e.V.. Rita Nitsch
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Pasewalk.

Wer auf Reisen geht, der möchte was Erleben, schöne Landschaften sehen oder sich nur ausruhen. Aber das ist nicht das Anliegen der Fraktion „Die Linke“ des Landtages, die seit dem 19. März in Vorpommern-Greifswald auf Tour ist, unter dem Motto „Kommunales und Europa“. Die Stadt Pasewalk, das Deutsch-Polnische Gymnasium Löcknitz, das Amt Torgelow-Ferdinandshof und das Schloss Bröllin waren die ersten Haltepunkte für die Fraktionsmitglieder um Dr. Mignon Schwenke und Simone Oldenburg.

Die Landtags-Linken besuchen Pasewalk

Viele Projekte, die hier gut angelaufen sind, werden durch europäische Mittel unterstützt. Doch reicht das aus? Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih ist eine Verfechterin des Spruchs: An der deutsch-polnischen Grenze ist lange nicht Schluss!

Die Städtepartnerschaft mit Police sei sehr intensiv. Doch ist es ihrer Meinung nach schwierig, polnische Bürger, die zugezogen sind, einfach in eine Stadt „reinzuverpflanzen“. Angebote, die durch den Demokratieladen in Anklam, die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) und den Deutsch-Polnischen Verein für Kultur und Integration Pasewalk organisiert werden, helfen dabei. Doch gibt es auch Hemmendes, zum Beispiel die Fördermodalitäten für kleine Projekte der Pomerania. Anträge gilt es, zweisprachig zu stellen und man müsse in Vorkasse gehen. „Das kann sich ein kleiner Verein nicht leisten“, sagt sie.

450 Millionen Euro seit 1995 für Interreg-Projekte

Aber trotzdem sind die Pomerania und die Interreg-Förderungen, der Aufbau von deutsch-polnischen Beratungs- und Servicezentren für die gesamte Region zu einem Segen geworden. Andrea Gronwald, Geschäftsführerin der Pomerania, konnte das mit beachtlichen Fakten belegen. So sind seit 1995 insgesamt 450 Millionen Euro über Interreg-Projekte – bei einer Förderung von 85 Prozent – geflossen.

Für mehr Bürgerbeteiligung und Integration von deutschen und polnischen Bürgern steht das Modellprojekt „perspektywa“ der RAA mit Sitz in Löcknitz. Projektleiter Niels Gatzke hat während seiner Arbeit erfahren, dass es nur über Begegnungen, Ausprobieren und gemeinsames Wollen ein gutes Miteinander zwischen deutschen und polnischen Bewohnern eines Ortes geben kann. Ein gutes Beispiel dafür sei die Gemeinde Blankensee.

Nicht nur auf EU-Fördermittel verlassen

Fazit des ersten Ortsbesuche war, dass es nicht ausreicht, sich nur auf Fördermittel aus der EU zu verlassen. Auch das Land und der Landkreis müssten ihr Scherflein dazu beitragen. Auf alle Fälle werden die Landtagsabgeordneten auch in den nächsten Tagen eine Unmenge an Wünschen mitbekommen, sei es in Sachen Digitalisierung an den Schulen, grenzüberschreitende Möglichkeiten der Hilfe mit Rettungsfahrzeugen und Feuerwehren, Ausbau von Radwegen und vieles mehr. Die Abgeordneten der Fraktion sind in den nächsten Tagen zu Gast in Anklam, auf der Insel Usedom und in der JVA Stralsund.