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Russische Bombe in Penkun gesprengt

Auch die Schlossstraße riegelte die Polizei ab. Von hier sind es etwa 500 Meter bis zur Fundstelle der Bombe.
Auch die Schlossstraße riegelte die Polizei ab. Von hier sind es etwa 500 Meter bis zur Fundstelle der Bombe.
Fred Lucius

Bomben-Alarm in Penkun: Am frühen Nachmittag müssen Einwohner von etwa 15 Häusern evakuiert werden, weil eine russische Sprengbombe auf einem Acker entdeckt worden war. Nach knapp zwei Stunden ist der Spuk in der Kleinstadt vorbei.

Hildegard Behling will nicht glauben, was die Männer ihr da erzählen. Eine Bombe, hier, gut 300 Meter Luftlinie entfernt auf dem Acker? „Ich dachte, das ist ein Witz“, meint die 84-Jährige, die in Schlossstraße wohnt und zum Verlassen ihres Hauses aufgefordert wird. Sie steigt zu ihrem Sohn Wolfgang ins Auto und fährt ins Amtsgebäude am Stettiner Tor. Hier darf sich aufhalten, wer nicht zu Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten fährt. Etwa 15 Häuser mit 35 Familien nahe des Penkuner Sportplatzes werden evakuiert, nachdem bekannt geworden war, dass auf dem Acker zwischen dem Luckower und Wartiner Weg eine Bombe gefunden wurde.

In einem Umkreis von 1000 Metern müssen die Einwohner raus aus ihren Häusern. Alle Zufahrtsstraßen Richtung Sportplatz sind von der Polizei gesperrt. „Als ich hier Anfang der 50er-Jahre herkam, war vieles noch zerbombt. Es gab etliche Ruinen“, erinnert sich Hildegard Behling. Ein Anwohner aus dem Luckower weg spricht von etlichen Bombentrichtern, die es auf dem besagten Acker einst gab. Ende des Krieges soll es hier eine Flakstellung und ein Arbeitsdienstlager gegeben haben. Möglicherweise waren dies die Ziele der russischen Bomber, vermutet er.

Schnell macht in der Kleinstadt die Runde, dass ein Hobby-Archäologe mit einem Metalldetekor den Sprengkörper gefunden hat. „Es handelt sich um eine russische Sprengbombe, 50 Kilogramm schwer“, erläutert Lars Schulz vom Munitionsbergungsdienst aus Mellenthin, der mit zwei Kollegen angerückt ist. Der Zünder der in 60 Zentimeter Tiefe liegenden Bombe ist fest und kann nicht entfernt werden. Lars Schulz und seine beiden Kollegen bleibt somit nur die Sprengung. „In der Gegend sind wir öfter. Ein- bis zweimal im Jahr schon“, meint der Sprengstoffexperte.

Nach zwei Stunden ist der Spuk in der Kleinstadt vorbei. Die Polizei gibt Entwarnung und die Straßen frei, Einwohner dürfen wieder in ihre Häuser. „Hoffentlich ist mein Hund von dem Knall nicht taub“, sorgt sich ein Anwohner aus dem Luckower Weg und macht sich auf den Weg nach Hause.