Noch sind die Schafe von Janine und Adrien Hiller in dem stabilen Folienzelt untergebracht. Nach Ostern soll es auf die Weide
Noch sind die Schafe von Janine und Adrien Hiller in dem stabilen Folienzelt untergebracht. Nach Ostern soll es auf die Weide bei Grünz gehen.
Janine Hiller gibt mit ihrem Wallach Waikato in Grünz Reitunterricht, rechts Pony Makita.
Janine Hiller gibt mit ihrem Wallach Waikato in Grünz Reitunterricht, rechts Pony Makita.
Oliver Corpius, 1. Vorstand, und Andrea Bittl (rechts) vom VFD überreichen die Zertifizierungsurkunde.
Oliver Corpius, 1. Vorstand, und Andrea Bittl (rechts) vom VFD überreichen die Zertifizierungsurkunde.
Hier leben Pommersche Landschafe und Schwarzkopfschafe.
Hier leben Pommersche Landschafe und Schwarzkopfschafe.
Biohof und Wandereitstaion

Schafe, Pferde, Schüler, Gäste – Duo schafft das alles nebenbei

Janine und Adrien Hiller betreiben im Nebenerwerb einen Bio-Schäferhof, ein Ferienhaus und einen Reiterhof. Zurzeit freuen sie sich über Lämmer und eine Auszeichnung.
Grünz

Urlaub mit dem Pferd wird immer populärer. Doch wo mit den Vierbeinern bleiben und übernachten? „Unsere Region stellt bei diesem Thema noch einen großen weißen Fleck dar“, sagt Janine Hiller, die gemeinsam mit ihrem Mann Adrien in Grünz bei Penkun (Landkreis Vorpommern-Greifswald) einen Bio-Schäferhof, ein Ferienhaus und einen kleinen Reiterhof betreibt. Im Stall stehen der 18-jährige Wallach Waikato und die beiden Ponys Makita (25) und Odi (7). Mit Waikato gibt Janine Hiller als Trainerin und studierte Reitpädagogin Reitunterricht für Klein und Groß in Grünz.

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Jetzt auch Wanderreitstation

„Wanderreiter haben bei uns immer wieder mal angefragt, wo man hier übernachten kann“, erzählt die 27-Jährige, die bei der Rentenversicherung tätig ist. Ihr Ferienhaus biete für vier Personen Platz, auch für die Pferde von Gästen gebe es eine „Beherbergung“ und Verpflegung. „Wanderreiter wollen immer nah bei ihren Pferden sein“, weiß die Grünzerin, die sich mit ihrem Mann jetzt über eine Zertifizierung durch die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschlands (VFD) freuen kann. Mitarbeiter der Vereinigung hätten sichalles angeschaut, geprüft und für gut befunden. Auf der Internet-Seite der VFD könne der Grünzer Hof nun für sich werben. Obwohl, über Sommer sei das Ferienhaus so gut wie ausgebucht, fügt Adrien Hiller hinzu.

Erst Unterkunft für die Schafe, dann Tomatenhaus

Mit den Feriengästen fahren die Grünzer Nebenerwerbslandwirte auch meist zu den Schafen, die das Ehepaar seit 2016 hält. Angefangen mit fünf Tieren, gehören heute 54 Mutterschafe zum Bio-Betrieb. Nach Ostern sollen die Tiere auf die Weide kommen. In den Grünzer Bergen und im Randowtal sind sie im Rahmen eines Naturschutzprojektes in der Landschaftspflege „im Einsatz“. Beschützt werden sie von den beiden Herdenschutzhunden Zeus (5) und Elisa (10). Bis zum Weidegang sind die Pommerschen Landschafe und die Schwarzkopfschafe und ihr Nachwuchs in einem größeren, stabilen und halbrunden Folienzelt untergebracht. Sind die Tiere auf der Weide, soll das Folienzelt für den Anbau von Tomaten genutzt werden.

Nach Wolfsangriffen Schutzhunde eingesetzt

„Unser Anliegen war, uns selbst mit gesundem Fleisch zu versorgen, bei dem die Schafe keine Antibiotika bekommen“, sagt Adrien Hiller, der beim Landkreis beschäftigt ist. Geschlachtet werden die Schafe in der Landfleischerei Retzlaff in Schönfeld.

Im September habe es einen Wolfsangriff auf die Herde gegeben, berichtet der 32-Jährige. Zehn Lämmer seien dabei getötet worden, weitere verletzt. Mehrere Mutterschafe hatten als Folge Fehlgeburten. Daher würden zur jetzigen Osterzeit weniger Lämmer zum Schäferhof gehören. Als Konsequenz aus dem Angriff habe man die Herdenschutzhunde angeschafft.

Herde soll aufgestockt werden

Für das Ehepaar ist die Nebenerwerbslandwirtschaft ein Ausgleich zur Büroarbeit. „Klar, man muss schon Zeit investieren. Aber uns macht das sehr viel Spaß“, sagt Janine Hiller. Unterstützung bekommen die beiden vom Vater der 27-Jährigen. Rat zur Tierhaltung würden sie sich in Online-Seminaren und bei gestandenen Schafhaltern wie Andreas Hagemann aus Alt Käbelich holen. Perspektivisch solle die Herde weiter aufgestockt werden, dann aber mit den Pommerschen Landschafen. Diese würden besser mit dem Trockenrasen auf den Weiden um Grünz klarkommen.

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