Der 38-jährigen Frau (2.v.r.) und dem 39-jährigen Mann (3.v.l.) wirft die Staatsanwaltschaft den Verstoß gegen
Der 38-jährigen Frau (2.v.r.) und dem 39-jährigen Mann (3.v.l.) wirft die Staatsanwaltschaft den Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz durch illegales Einschleusen von Ausländern vor. Stefan Sauer
Prozess

Schleuser-Pärchen packt vor Gericht aus

Eine Frau und ihr Verlobter, beide aus Polen, haben zugegeben, 16 Migranten illegal nach Vorpommern gebracht zu haben. Denn das brachte mehr Geld als ihr Gemüsestand in Warschau.
dpa
Pasewalk

Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Schleuser am Amtsgericht Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) haben die Angeklagten Geständnisse abgelegt. Für die Fahrt mit 16 Migranten von der weißrussischen Grenze bei Bialystok nach Vorpommern sollte das Duo etwa 750 Euro bekommen, wie die 38-jährige Angeklagte am Donnerstag sagte. Das sei annähernd so viel wie ein Monatsverdienst für beide Angeklagten, die sonst einen Gemüsestand in Warschau haben.

In Löcknitz festgenommen

Die polnische Frau und ihr 39-jähriger Verlobter müssen sich wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz durch illegales Einschleusen von Ausländern verantworten. Die beiden Warschauer waren mit ihrem Transporter am 18. August bei Löcknitz in Vorpommern festgenommen worden, kurz nachdem sie die Migranten abgesetzt hatten. Seither sind sie in U-Haft. Zu möglichen Hintermännern haben sie aber seit ihrer Verhaftung und auch vor Gericht geschwiegen.

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Unter den 16 Menschen auf der Ladefläche soll eine sechsköpfige Familie gewesen sein, die umgerechnet 16 500 Euro für die Schleusung aus dem Irak bis nach Deutschland bezahlen musste. Die Iraker waren laut Anklage eng zusammengepfercht über rund zwölf Stunden und ohne entsprechende Versorgung auf der kahlen Ladefläche eines Transporters transportiert worden. Der Prozess sollte am Nachmittag mit mehreren Bundespolizisten als Zeugen fortgesetzt werden.

Urteil noch am Donnerstag erwartet

Das Amtsgericht will dann auch die Plädoyers hören und später die Urteile verkünden. Es ist der erste Prozess im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle, die im Herbst viele Menschen aus Irak und Syrien über die sogenannte Belarus-Route nach Deutschland führte.

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