TIERISCH

Schon wieder Goldfische aus einem Gartenteich geangelt

Erneut hat sich ein Fisch-Dieb an einem Jatznicker Gartenteich gütlich getan. Die Besitzer sind sich nach einer Begegnung mit dem Täter sicher, wer hier am Werk war.
Seit dem Besuch des ungebetenen Gastes, versucht Familie Collhoff/Krohn aus Jatznick ihren Teich mit einem Netz zu schütz
Seit dem Besuch des ungebetenen Gastes, versucht Familie Collhoff/Krohn aus Jatznick ihren Teich mit einem Netz zu schützen. Das Netz hat sich die Familie schon vor Jahren zugelegt. Damals angelte sich ein Fischreiher ihre Goldfische. Johanna Horak
Jatznick ·

Nachdem in Jatznick jüngst eine Ringelnatter ihr Unwesen trieb und munter die Fische aus dem Teich von Angelika und Hans Joachim Jahnke verspeiste, meldete sich nun eine weitere Jatznicker Familie mit einem ähnlichen Problem beim Nordkurier. Das Paar Colloff/Krohn hatte ebenfalls tote Fische zu beklagen. Sie glauben außerdem ebenfalls zu wissen, wer für den Schaden verantwortlich ist: ein Fischotter.

Mehr zu den Fischdieben in Jatznick lesen Sie hier: Wer angelt da ständig die Goldfische aus dem Teich?

„Als ich Anfang September nach Hause kam, empfing mich mein Lebenspartner mit einer ‚Überraschung‘“, erinnert sich die Jatznickerin. Auf der Umrandung des Teiches hätten mehrere tote Goldfische gelegen, denen zum Teil nur der Kopf an- oder abgebissen wurde, so das Ehepaar weiter. „Im Teich schwammen lose Teichrosenblätter und die Töpfe mit Teichpflanzen waren laut Aussage meines Partners umgekippt.“ Der allgemeine Anblick sei chaotisch gewesen.

Von den insgesamt rund 35 Fischen sei zunächst keiner zu sehen gewesen. Nachdem die Familie gegoogelt hatte, wer dies getan haben könnte, vermutete sie zunächst eine Bisamratte. Am Abend allerdings kehrte der Täter, wie so oft, an den Tatort zurück. Das Paar erblickte einen komischen, sich bewegenden Schatten.

Gemütlich die Fische verspeist

„Langsam ging ich zum Fenster, machte es auf und im Schein der Hausbeleuchtung schauten mich zwei gelbe Augen an. Das Tier hielt in den Vorderpfoten einen Fisch und fraß“, schildert die Dame des Hauses das Erlebte. Sogleich sei ihr Partner an den Teich gegangen, habe in die Hände geklatscht um Lärm zu erzeugen und so das Tier zu vertreiben.

Das habe auch funktioniert, erinnern sich die beiden. „Das Tier tauchte in den Teich, schwamm durch und stieg an der gegenüberliegenden Seite wieder aus. Auf geradem Wege lief es Richtung Straße und verschwand unter unserem Tor.“

Über das, was die beiden dort in ihrem Teich gesehen haben, sind sie sich einig: einen Fischotter. „Das war ein großes Tier, 80 oder 90 Zentimeter lang und mit Schwanz“, schildern sie. Nach der kurzen Sichtung sei der Otter beim Nachbarn verschwunden, der am nächsten Tag einen seltsam aussehenden Kotstreifen bemerkt habe und sich wunderte, erzählen sie.

Fischotter nicht in der Gegend bekannt

Es sei eigentlich in dieser Gegend nicht bekannt, dass es einen Fischotter gebe, so das Paar weiter. „Aber es scheint ihn ja zu geben“, glauben sie. Ihre Vermutung: Entweder kam das Tier vom nicht weit entfernten See in Jatznick oder aus einem kleinen Bachlauf unweit der Siedlung.

Über ihren Teich hat die Familie seit dem Vorfall ein Netz gespannt. Von ihren etwa 35 Fischen sind seit dem nächtlichen Besuch nämlich nur noch etwa neun übrig. „Wir dachten, wenn vielleicht noch jemand in der Nachbarschaft tote Fische zu beklagen hat, dann weiß er nun Bescheid“, so das Jatznicker Paar, das plant, in Kürze wieder neue Fische in den Teich zu setzen. Das Netz aber, das bleibe erst mal drauf. „Sicher ist sicher“, sind sich die beiden einig.

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