FILMFIGUR AUS ALTMETALL

Schrott-Predator als kurioses Zeichen des Protests

Sie sieht gefährlich aus, doch die riesige Schrottfigur mit dem blutverschmierten Schwert vor Guido Nentwichs Haus tut niemandem etwas. Aber sie zieht die Blicke auf sich – und das ist auch so gewollt. Denn der Pasewalker Bauunternehmer hat etwas zu sagen.
Guido Nentwich entdeckt an seinem aus Altmetall zusammengeschweißten Protest-Predator immer wieder noch neue Teile.
Guido Nentwich entdeckt an seinem aus Altmetall zusammengeschweißten Protest-Predator immer wieder noch neue Teile. Katja Richter
Die Schrottfigur wurde aus tausenden Altmetallteilen geschweißt.
Die Schrottfigur wurde aus tausenden Altmetallteilen geschweißt. Katja Richter
Der Pasewalker Besitzer eines Ford aus dem Jahr 1936 liebt Unikate.
Der Pasewalker Besitzer eines Ford aus dem Jahr 1936 liebt Unikate. Katja Richter
Überall in Guido Nentwichs altem Ford tauchen Totenköpfe auf.
Überall in Guido Nentwichs altem Ford tauchen Totenköpfe auf.
Den Ford Hot Rod aus dem Jahre 1936 zieren zahlreiche Totenköpfe.
Den Ford Hot Rod aus dem Jahre 1936 zieren zahlreiche Totenköpfe. Katja Richter
Pasewalk.

„Ich stehe jeden Abend davor und entdecke immer noch Teile, die mir vorher noch nicht aufgefallen sind“, sagt Guido Nentwich. Das wird mit Sicherheit auch noch ein paar Wochen so weitergehen, auch wenn die riesige Figur schon ein paar Tage vor dem Haus des Pasewalkers steht.

Denn zu gucken gibt es jede Menge. Der gut zwei Meter große Predator, die außerirdische Hauptfigur aus dem Hollywood-Film mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 1987, besteht nämlich aus tausenden alten Schrauben, Muttern, Bolzen, Ketten, Zündkerzen, Zahnrädern, Lichtmaschinen und Ähnlichem. Man könnte auch sagen: Er besteht aus Schrott, da er ausnahmslos aus Altmetall, hauptsächlich aus alten Autoteilen, gefertigt wurde.

Gekauft hat der Pasewalker Bauunternehmer seinen Filmhelden, den Giganten aus Stahl, im Internet – nicht nur, weil er mystische Wesen mag. Nein, Guido Nentwich wollte mit der Figur ein Zeichen setzen, seine Unzufriedenheit mit der Gesellschaft in den vergangenen Jahren ausdrücken.

Guido Nentwich fällt auch mit Totenkopf-Pickup auf

Der Predator tut niemandem etwas, genauso wenig wie Guido Nentwich selbst. „Aber ich möchte, dass wir alle ein bisschen nachdenken“, sagt er. „Meine Freunde sagen über mich, ich sei durchgeknallt“, berichtet der 61-Jährige und schmunzelt. Doch über einige Dinge ärgert sich Guido Nentwich einfach und fragt sich dann, wo die Entwicklung unserer Gesellschaft eigentlich hingeht.

„Mich hat die Hetze gegen die Dieselkraftfahrer geärgert. Mich ärgert die Hetze gegen die Bauern, und mich ärgert die Hetze gegen unsere Polizei“, nennt der Inhaber eines Baubetriebes einige Beispiele. Mit seiner Schrottfigur möchte er einfach ein bisschen auffallen, aufwecken und vielleicht auch ein bisschen provozieren.

Auffallen, ja das tut Guido Nentwich auch, wenn er mit seinem alten Ford, einem Hot-Rod-Pickup aus dem Jahre 1936, durch die Gegend fährt. „Der ist komplett auf Totenkopf“, sagt er und zeigt das Schmuckstück. „Ich mag Unikate“, erklärt der sympathische Pasewalker. Und damit steht er nicht allein da. Zumindest die Kunst aus Altmetallen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Anhänger gefunden, und der Markt boomt.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

Kommende Events in Pasewalk (Anzeige)

zur Homepage