GEDENKTAFELN FÜR NS-OPFER

Schüler setzen sich für Stolpersteine ein

In Pasewalk gibt es sie schon seit Jahren, in Strasburg wurden die ersten 2017 verlegt. Nun hat auch Löcknitz die ersten Stolpersteine, um Opfern der NS-Zeit zu gedenken.
Fred Lucius Fred Lucius
Erstmals sind in Löcknitz Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Einwohner verlegt worden, die während der Nazi-Diktatur ermordet wurden. Zum Abschluss gab es ein Foto von Schülern der Regionalen Schule Löcknitz mit dem Künstler Gunter Demnig.
Erstmals sind in Löcknitz Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Einwohner verlegt worden, die während der Nazi-Diktatur ermordet wurden. Zum Abschluss gab es ein Foto von Schülern der Regionalen Schule Löcknitz mit dem Künstler Gunter Demnig. Fred Lucius
Das Verlegen der Steine lässt sich der Künstler Gunter Demnig nicht nehmen. Mittlerweile liegen Gedenksteine in 23 Ländern.
Das Verlegen der Steine lässt sich der Künstler Gunter Demnig nicht nehmen. Mittlerweile liegen Gedenksteine in 23 Ländern. Fred Lucius
Gewidmet sind die drei Stolpersteine der jüdische Familie Adolf „Dolfi“, Rosa und Ester Schwarzweiß.
Gewidmet sind die drei Stolpersteine der jüdische Familie Adolf „Dolfi“, Rosa und Ester Schwarzweiß. Fred Lucius
Neben den Schülern verfolgten mehrere Gäste die Stolpersteinverlegung in Löcknitz, darunter der ehemalige Pfarrer Ullrich Drans und Mitglieder der jüdischen Gemeinde aus Stettin.
Neben den Schülern verfolgten mehrere Gäste die Stolpersteinverlegung in Löcknitz, darunter der ehemalige Pfarrer Ullrich Drans und Mitglieder der jüdischen Gemeinde aus Stettin. Fred Lucius
Löcknitz.

Die älteren Löcknitzer haben noch eine Erinnerung daran: An der Kreuzung Chausseestraße/Straße der Republik stand einst das Kaufhaus der Familie Schwarzweiß. Das Kaufhaus gibt es schon lange nicht mehr, die jüdische Familie Schwarzweiß wurde von den Nazis deportiert und ermordet. Doch vergessen sind ihre Namen in Löcknitz nicht. An Adolf „Dolfi“ Schwarzweiß, seine Frau Rosa und die 17-jährige Tochter Ester erinnern jetzt drei Stolpersteine in der Chausseestraße. Verlegt wurden sie vom Künstler Gunter Demnig, der die Aktion Stolpersteine einst initiierte, um den Opfern der NS-Zeit zu gedenken. Vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort werden Gedenktafeln aus Messing eingelassen.

Der Anstoß für die Löcknitzer Stolpersteine kam von der Regionalen Schule. „Die damalige Klasse 6c hatte 2014 Greifswald besucht. Dort stolperten Schüler im wahrsten Sinne des Wortes über einen Stolperstein. Es machte sie neugierig und sie wollten wissen, ob es diese auch in Löcknitz gibt“, erinnert Constanze Uffmann, Klassenlehrerin an der Regionalen Schule. So sei die Idee entstanden, Stolpersteine in Löcknitz verlegen zu lassen.

Sponsoren für das Projekt gefunden

Über Ullrich Drans, Pfarrer im Ruhestand, kamen die Schüler an die Namen von 39 deportierten jüdischen Einwohnern aus der Randow-Gemeinde. „Die Schüler machten sich auf die Suche nach Informationen. Sie beschäftigten sich mit dem Judentum als Religion und welche Folgen der Judenhass mit sich brachte“, berichtet Constanze Uffmann. Löcknitzer Juden seien am 12. Februar 1940 von Stettin aus in den Raum Lublin deportiert wurden. Bei einer Fahrt in das KZ Lublin (Majdanek) seien Belege gefunden worden, dass Löcknitzer in dem Lager waren und umgekommen sind. Das habe alle Schüler sehr bewegt und ihnen gezeigt, wie wichtig das Gedenken ist.

Nach vier Jahren haben die diesjährigen Abschlussklassen der Regionalen Schule nun Stolpersteine verlegen lassen. Für das Projekt haben sie auch Sponsoren gefunden und Unterstützung von der Gemeinde erfahren.

StadtLandKlassik - Konzert in Löcknitz

zur Homepage