SEK-RAZZIA

Wurde in Vorpommern ein rechter Terroranschlag vorbereitet?

Rund 160 Beamte, darunter SEK-Kräfte, haben bei einer Razzia im Osten von MV mehrere Objekte durchsucht. Im Fokus der Ermittlungen stehen zwei Personen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Der Einsatz soll vor allem das vorpommersche Löcknitz betroffen haben.
Die Polizei hatte zur Mittagszeit in Löcknitz ein Waldgebiet gesichert und abgesucht.
Die Polizei hatte zur Mittagszeit in Löcknitz ein Waldgebiet gesichert und abgesucht. Holger Schacht
Die Staatsanwaltschaft wies Berichte zurück, wonach Waffen gefunden worden seien.
Die Staatsanwaltschaft wies Berichte zurück, wonach Waffen gefunden worden seien. © NIKOLAS-HOFFMANN - stock.adobe.com
Rostock.

Erneut haben Sicherheitsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern wegen möglicher Anschlagsplanungen eine Razzia in der rechte Szene durchgeführt. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, Harald Nowack, dem Nordkurier auf Anfrage sagte, führe die Zentralstelle zur Bekämpfung des Terrorismus und Extremismus bei der Staatsanwaltschaft Rostock Ermittlungsverfahren gegen zwei Personen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Anhaltspunkte dafür, dass eine unmittelbare Gefahr für die Zivilbevölkerung bestanden hätte, liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht vor. 

Keine Bestätigung für Waffenfunde

Im Zuge der Ermittlungen erfolgten den Angaben zufolge am Donnerstag Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Objekten im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Zum Ort der Razzia machte die Staatsanwaltschaft keine näheren Angaben. Nach Nordkurier-Informationen soll vor allem das Dorf Löcknitz betroffen sein. Zur Mittagszeit hatten Beamte noch ein Waldgebiet abgesperrt und waren mit Suchhunden im Einsatz, offenbar, um Personen aufzufinden. Angaben dazu gab es nicht. Die Durchsuchung diente dem Auffinden von Waffen bzw. Waffenteilen, Munition, Unterlagen und elektronischen Medien. Der Sprecher wies aber Berichte zurück, wonach bei der Razzia Waffen gefunden worden seien.

Nach den Worten Nowacks waren insgesamt 160 Polizeikräfte im Einsatz, darunter auch Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Eine Beteiligung von Spezialkräften erfolge „vorwurfsspezifisch routinemäßig zur Absicherung eines geordneten Ganges der Maßnahmen”, hieß es. Einer der Verdächtigen soll den Angaben zufolge einer Gruppe zugehörig sein, die rechtes Gedankengut pflegt. Nach NDR-Informationen steht die Razzia im Zusammenhang mit einer mutmaßlich rechtsextremen Gruppe im Umkreis von Löcknitz. Dies bestätigte Harald Nowack ebenfalls nicht.

Erst Mitte September hatten 70 Beamte Wohn- und Geschäftsräume eines 40-jährigen Deutschen in Sponholz bei Neubrandenburg wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat durchsucht. Nach Recherchen des ARD-Politmagazins Kontraste soll der Soldat führende Mitarbeiter des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) mit dem Tode bedroht haben, offenbar aus Verärgerung darüber, dass ihm von dem Geheimdienst ein Auslandseinsatz versagt wurde, weil man ihn als „nicht verfassungstreu“ einstufte. Die Ermittlungen dauern an.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rostock

Kommende Events in Rostock (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (5)

Berichtet etwa anders über die Sachlage.

... was berichte der NDR denn anderes? Nichts. Habe es gerade gelesen. Da haben Sie wohl einen anderen NDR?

In der ersten Version schon - beim NDR nachzulesen.

War ja letztens auch bei so einem Heiler, am Ende brachte das komplette Ausschalten der Kommentarfunktion wirklich was gegen ihr ReizTrollSyndrom.

besteht ein gewaltiger Unterschied, das können Sie aber sicher nicht wissen.