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Sie sorgen dafür, dass alles fließt

Die Kleinkläranlage von Toni Mayer (links) aus Matzdorf bei Strasburg ist nach der Bestimmung der ersten Werte in Ordnung. Dirk Mager hat ph-Wert und Sauerstoffgehalt geprüft.

VonFred LuciusJubiläum: Die Gesellschaft für Kommunale Umwelt- dienste, kurz GKU, besteht seit 20 Jahren. Sie istim Auftrag von vierZweckverbänden für ...

VonFred Lucius

Jubiläum: Die Gesellschaft für Kommunale Umwelt- dienste, kurz GKU, besteht seit 20 Jahren. Sie ist
im Auftrag von vier
Zweckverbänden für die
Wasserver- und Abwasser-
entsorgung zuständig. Mitarbeiter wie Dirk Mager
in der Strasburger
Betriebsstelle sorgen
dafür, dass alles reibungslos läuft.
Strasburg.„Sieht doch gut aus.“ – Dirk Mager zieht den Schöpfbecher aus dem Wasser. Nach wenigen Blicken fällt er sein Urteil. Das Abwasser in der Kleinkläranlage von Toni Mayer in Matzdorf bei Strasburg erfüllt die Normen. An der Anlage vor Ort misst der Wartungsmonteur der GKU den ph-Wert und Sauerstoffgehalt des Abwassers. Eine weitere Überprüfung erfolgt später im Labor. Zudem ermittelt der 32-Jährige den Schlammgehalt in der Kleinkläranlage. Noch muss bei Toni Mayer nicht abgefahren werden. Das ist wohl erst in einem halben Jahr der Fall, wenn die zweite Kontrolle in diesem Jahr erfolgt.
110 Wartungsverträge hat die Strasburger Betriebsstelle der GKU mit Betreibern von Kleinkläranlagen. 1324 dezentrale Anlagen gibt es im Versorgungsbereich, das sich von Cölpin im Westen bis Blumenhagen im Osten erstreckt. „Es gibt viele Sorten von Anlagen, mit verschiedenen Techniken und unter anderem abgestimmt auf die
jeweiligen familiären Verhältnisse“, sagt Dirk Mager, der die Betreiber nicht nur zu
Fragen des Abwassers, sondern auch bei Problemen mit dem Wasser berät. Schließlich hat der junge Mann
Fachkraft für Wasserwirtschaft gelernt. So lautet die heutige Berufsbezeichnung. Als Mager 1997 seine Ausbildung begann, nannte sich das noch Ver- und Entsorger.
„Eigentlich war mein Berufswunsch Kfz-Mechaniker. Das hat nicht geklappt. Vom Arbeitsamt habe ich dann diese Lehrstelle angeboten bekommen. Die Ausbildung hatte da schon begonnen. Was genau auf mich zukommt, wusste ich damals nicht“, erinnert sich der 32-Jährige. Die Entscheidung für den Beruf hat der zweifache Familienvater nicht bereut. „Man hat viel mit Technik zu tun und muss im Labor Berechnungen vornehmen. Das ist kein Schreibtischjob. Vor allem arbeitet man eigenverantwortlich und hat mit Leuten Kontakt“, meint Dirk Mager, der in Mildenitz bei Woldegk wohnt. Da nach erfolgreichem Lehrabschluss keine Stelle im GKU-Bereich Strasburg für ihn frei war, wechselte er nach Anklam. Dort arbeitete er im Bereich Abwasser, musste sich aber erst in dieses Gebiet einarbeiten. Nach vier Jahren ging es 2004 zurück nach Strasburg.
„Im Wasser- und Abwasserbereich arbeiten hoch spezialisierte Fachkräfte. Durch seine Tätigkeit in Anklam ist Dirk in beiden Bereichen einsetzbar“, lobt Kerstin Heidemann, Betriebsstellenleiterin der GKU in Strasburg. Hier werden jährlich zwei Lehrlinge ausgebildet, einer für Wasser, der zweite für Abwasser. „Nach erfolgreichem Abschluss wollen wir die jungen Leute natürlich im Unternehmen und damit auch in der Region halten. Die Struktur der GKU mit ihren fünf Betriebsstellen in der Region ermöglicht dies“, erläutert Kerstin Heidemann. Vorurteile über den „riechenden Beruf“ eines Abwasser-Technikers kennt sie. Diese hält sie aber für unbegründet. „Das ist nicht mehr wie früher. Die Mitarbeiter kommen nicht mehr unmittelbar mit Abwasser in Berührung. Sie steigen kaum noch in Schächte. Die Kläranlagen werden voll elektronisch überwacht. Wir haben moderne Labore, die Datenerfassung erfolgt am Computer“, erzählt die Dienststellenleiterin.
Morgen wollen Kerstin Heidemann und ihre Mitarbeiter sowie die aus den anderen Betriebsstellen das Firmenjubiläum feiern. Im Strasburger Kulturhaus wird angestoßen.