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Teil 3: Bürgermeister-Kandidaten für Strasburg

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Marina Raulin will sich für ihre Stadt stark machen

Seit 2014 ist Marina Raulin Mitglied der Strasburger Stadtvertretung. Sie gehört keiner Fraktion an und ist stellvertretende Stadtpräsidentin. Jetzt möchte sie Bürgermeisterin in der Uckermarkstadt werden.
Seit 2014 ist Marina Raulin Mitglied der Strasburger Stadtvertretung. Sie gehört keiner Fraktion an und ist stellvertretende Stadtpräsidentin. Jetzt möchte sie Bürgermeisterin in der Uckermarkstadt werden.
Fred Lucius

Am 7. Oktober wählen die Strasburger und die Einwohner in den Ortsteilen einen neuen Bürgermeister. Fünf Kandidaten wollen auf den Chefsessel im Rathaus. Zu ihnen gehört Marina Raulin. Sie tritt als Einzelbewerberin mit Unterstützung der SPD an.

Was Marina Raulin als mögliche Bürgermeisterin erwartet, muss man ihr nicht groß erklären. Schließlich stand ihr Mann Norbert 25 Jahre lang an der Spitze der Stadtverwaltung in Strasburg. Doch das Kapitel ist beendet, jetzt will die 58-Jährige als Einzelbewerberin und mit Unterstützung der SPD auf den Bürgermeisterstuhl. „Ich wohne, lebe und arbeite hier. Deshalb will ich mich als Bürgermeisterin für meine Stadt einsetzen. Ich bewerbe mich nicht für Torgelow oder sonst wo. Einen Blick von außen hatten wir schon einmal“, sagt die Unternehmensberaterin und spielt damit auf Ex-Bürgermeisterin Karina Dörk (CDU) an, die in Lübbenow wohnt.

Dass es sich lohnt, sich für die Uckermarkstadt ins Zeug zu legen, daran lässt die Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerin keinen Zweifel. „Schauen Sie sich nur den Film zum 750-jährigen Stadtjubiläum an. Wie viele da beim großen Festumzug mitgemacht haben, Wahnsinn!“, sagt Marina Raulin, die seit 2014 Stadtvertreterin und stellvertretende Stadtpräsidentin ist. Gleiches gelte für Gewerbetreibende bei den bisherigen Wellness-Messen in Strasburg, an denen sie als Organisatorin mitgewirkt habe. Viele engagierte Vereine und Einwohner gebe es nach wie vor. Doch häufig herrsche auch Desinteresse, wie unlängst die geringe Besucher-Resonanz beim Blaulichttag in Strasburg zeigte. „Wir müssen die Ursachen finden, warum das so ist. Und wir müssen wieder dazu kommen, dass sich die Bürger mehr mit ihrer Stadt identifizieren“, sagt die 58-Jährige, die in diesem Zusammenhang gerne das Wort Stadtgestalter gebraucht. Und Stadtgestalter benötige man aus ihrer Sicht viele.

Neujahrsempfang soll wieder eingeführt werden

Neben Visionen für die Uckermarkstadt wolle sie sich aber auch für ganz konkrete Dinge einsetzen. Mit ihr als Bürgermeisterin solle die Stadt wieder Mitglied im Tourismusverband Brohmer und Helpter Berge werden, nennt sie ein Beispiel. Auch den Neujahrsempfang würde sie wieder einführen, um sich bei engagierten Bürgern zu bedanken. Wichtig sei die Unterstützung der Feuerwehr, auch wenn die Ausrüstung der Kameraden oder einzelne Wünsche meist teuer seien. Besonders am Herzen liege ihr die wirtschaftliche Entwicklung.

„Die Wirtschaft ist die Grundlage für das gesellschaftliche Leben. Sie garantiert letztlich die Eigenständigkeit der Stadt und sichert Kommunalfinanzen“, ist die stellvertretende Stadtpräsidentin überzeugt. Bestehende Betriebe müssten erhalten bleiben und eine mögliche Nachfolge gesichert werden. Als Unternehmensberaterin wisse sie, dass dies nicht einfach ist. Ein Bürgermeister könne sicher keine Arbeitsplätze schaffen. Aber aus Sicht der 58-Jährigen müsse die Verwaltung günstige Rahmenbedingungen für die Unternehmen und Gewerbetreibenden schaffen, es müsse ein gründer- und unternehmer-freundliches Klima herrschen.

Ein wichtiges Ziel: Schuldenabbau

„Statistisch gesehen hat jeder Einwohner Strasburgs 800 Euro Schulden. Da muss auch die Stadt ihre Hausaufgaben machen“, sagt Marina Raulin und nennt den Schuldenabbau als ein weiteres Ziel. Ein wenig vergleicht Marina Raulin die Bürgermeister-Tätigkeit mit ihrer Arbeit als Unternehmensberaterin. Als solche müsse sie den Ist-Zustand analysieren, dann Prozesse optimieren, Probleme lösen und dann zukunftsorientierte Lösungen präsentieren.

Bei diesem Prozedere brauche ein Bürgermeister engagierte Einwohner und Unternehmer sowie eine motivierte Verwaltung. Letztlich seien die Bürger der Stadt und der Ortsteile der Arbeitgeber der Verwaltung. „Um Probleme zu lösen und die Entwicklung voranzubringen, sollten wir auch enger mit anderen Kommunen zusammenarbeiten – mit Woldegk, Pasewalk oder Schönhausen“, macht sie deutlich. In Strasburg sei in den vergangenen Jahren viel erreicht worden, es gebe aber auch noch Reserven.

Kommentare (2)

Die Entwicklung in Strasburg verfolge ich mit Skepsis. "Viel los" war dort vor 60 Jahren nicht, heute sieht es noch schlechter aus und es müsste ein Wunder geschehen, wenn es sich bessern sollte. Vor 60 Jahren konnte man als Frau noch ein Kind im Landambulatorium bekommen, später entstand eine Poliklinik, man baute ein Kino, ebenso eine Kaufhalle, eine polytechn. Oberschule und eine erweiterte Oberschule bis zur 12. Klasse, auch ein Kaufhaus entstand. Wo ist das alles geblieben, was wurde daraus?? Geblieben ist eines, nämlich das Hauptinteresse des Strasburger "Bürgers" sein G a r t e n. Den hegt und pflegt er. Ansonsten ist wenig Interesse am gesellschaftlichen großen Ganzen. Da können sich einzelne aktive Mitmenschen anstrengen wie sie wollen. Leider.

Der Garten ist das einzige was vielen leuten dort gebleiben ist als nach der Wende stück für stück die Standt kaputt gewirtschaftet wurde.