UMZUGSHILFE

Sie wollen, dass viele Menschen nach Vorpommern ziehen

Das Welcome Center Stettiner Haff wirbt um Rückkehrer und Neu-Vorpommern. Das Pasewalker Duo konnte schon viele Menschen für eine Zukunft in Vorpommern gewinnen.
Aleksandra Piasecka (rechts) und Johannes Drews beim Gespräch an ihrem Infostand auf dem Ueckermünder Markt. Sie ber
Aleksandra Piasecka (rechts) und Johannes Drews beim Gespräch an ihrem Infostand auf dem Ueckermünder Markt. Sie beraten und motivieren Rückkehrer, Touristen und Umzügler dauerhaft nach Vorpommern zu kommen. Lutz Storbeck
Ahlbeck ·

Aleksandra Piasecka und Johannes Drews haben das sonnige Septemberwetter genutzt, um im Seebad Ahlbeck mit Urlaubern und Touristen ins Gespräch zu kommen. So wie den ganzen Sommer über an verschiedenen Orten in Vorpommern. Und worum ging es da? „Wir sind Unterstützer bei allen Fragen, bei denen es um Zuzügler und Rückkehrer geht“, sagt Johannes Drews, der gemeinsam mit seiner Kollegin das Team vom Welcome Center Stettiner Haff bildet.

Rückkehrer motivieren und Touristen zum Hierbleiben gewinnen

Dem Center geht es um Menschen, die vor Jahren ihrer vorpommerschen Heimat den Rücken gekehrt haben und sich nun mit dem Gedanken tragen, wieder zurückzukommen. Und auch um solche, die als Touristen aus anderen Bundesländern kommen und sich durchaus vorstellen können, sich hier niederzulassen.

Doch bevor Menschen solche Entscheidung fällen, sagt Aleksandra Piasecka, haben sie einiges zu bedenken. Das wird in den vielen Gesprächen deutlich. Wie sieht es mit Arbeit aus? Wie hoch sind Mieten? Gibt es Wohnungen oder günstiges Bauland? Ist die Infrastruktur in Ordnung, zum Beispiel die Anbindung ans schnelle Internet? Funktioniert der öffentliche Nahverkehr? Gibt es Ärzte, Schulen, Kitas? „Das sind die wesentlichen Fragen, die die Leute uns stellen, und wir versuchen, das zu beantworten“, erklärt Drews. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach Jobs.

„Auch wenn es nicht unbedingt so aussieht, da gibt es etliche Möglichkeiten, gerade auch in der Metallbranche“, sagt Drews. Und er weiß, wovon er spricht, denn das Welcome Center ist gut vernetzt. Mit privaten Unternehmen, auch mit der Verwaltung und mit der Bundesagentur für Arbeit. Darum wissen die beiden vom Welcome Center, dass manche Firma und manche Verwaltung händeringend nach Arbeitskräften suchen. „Etwas schwieriger wird es, wenn ein hoch spezialisierter Akademiker eine passende Beschäftigung sucht – das kann dann schon länger dauern“, sagt Drews. In diesem Fall könnten aber womöglich Kollegen vom Welcome Center in Greifswald helfen.

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Wichtig ist die Kooperation mit den hiesigen Betrieben

In den vergangenen zwei Jahren haben Piasecka und Drews fast 500 Beratungsgespräche mit Menschen geführt, die sich vorstellen können, in Vorpommern zu leben und zu arbeiten. Natürlich hat nicht jedes Gespräch zu einer Ansiedlung geführt. Allerdings waren unter den Interessenten etwa 130, die die beiden vom Welcome Center als Intensivfälle einstufen. Also als solche ganz ernsthaften Gesprächspartner, die gleich mehrere Gespräche mit dem Welcome-Center-Team geführt haben. In 85 bis 90 Prozent dieser Fälle hat es dann auch geklappt mit einem Neustart in Vorpommern. „Ganz genau wissen wir das nicht, da sich nicht alle bei uns zurückmelden“, sagt Drews, aber von einigen kommt schon ein positives Feedback. Und das gibt dem kleinen Team ein gutes Gefühl. Es zeigt: Die Gespräche haben sich gelohnt. „Man sieht einfach, dass es etwas bringt“, so Drews.

Im Vorpommern-Greifswald sind zwei Welcome Center aktiv. Aleksandra Piasecka und Johannes Drews haben ihr Büro in Pasewalk und sind meistens im Südkreis unterwegs. In Greifswald gibt es die Schwesterfiliale, deren Team bevorzugt im Nordkreis agiert. Beide Center werden mit Fördermitteln von der EU unterstützt, dazu gibt es Zuschüsse aus Schwerin und auch vom Landkreis. Wichtig ist auch die Kooperation mit Unternehmen und Einrichtungen aus der Region, etwa der Eisengießerei Torgelow, der Bundesagentur für Arbeit, den Pasewalker Stadtwerken oder der Anklamer Zuckerfabrik.

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Kommentare (1)

Den Neuhergezogenen wird gerade ihre Entscheidung hier zu wohnen gründlich vermiest durch überbordenen Tourismus, verstopfte Straßen, überhöhte Mieten und wenig Unterstützung, die ausschließlich in die Tourismusindustrie gesteckt wird.