Pasewalker Landarztpraxis nimmt an internationaler Herz-Studie teil
Pasewalker Landarztpraxis nimmt an internationaler Herz-Studie teil privat
Teilnehmer gesucht

Smartphone soll bald Schlaganfälle verhindern

Eine medizinische App soll Vorhofflimmern rechtzeitig erkennen. Neben führenden europäischen Universitäten ist auch das Ambulante Herz-Kreislauf-Zentrum Pasewalk an der internationalen Studie beteiligt.
Pasewalk

Das Ambulante Herz-Kreislauf-Zentrum Pasewalk unter der Leitung von Kardiologin Dr. med. Christine Bahr arbeitet als Studienzentrum an einer medizinischen Forschungsarbeit zur Früherkennung von Herzrhythmusstörungen mit. Unter der wissenschaftlichen Leitung der Universitätsmedizin Basel soll bewiesen werden, dass es möglich ist, mittels Messung der Herzschlagfunktion mit einem handelsüblichen Smartphone Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen.

Krankheit bleibt häufig unbemerkt

Rund zwei Millionen Menschen leiden laut Deutscher Herzstiftung an dieser Krankheit, die häufig unbemerkt bleibt und zum Schlaganfall führen kann. Eine spezielle medizinische App soll Patienten künftig helfen, Vorhofflimmern rechtzeitig zu erkennen. An der Studie beteiligen sich Zentren führender europäischer Universitäten, darunter auch die Universitätsmedizin Greifswald. „Ein funktionierendes System zur Früherkennung des Vorhofflimmerns wäre eine herausragende wissenschaftliche Errungenschaft. 20 bis 30 Prozent aller Schlaganfälle lassen sich auf unerkanntes Vorhofflimmern zurückführen“, so Christine Bahr. Insbesondere die alternde Bevölkerung in der ländlichen Region werde von dieser modernen Technik profitieren können, die einfach zu starten ist.

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Die Aufzeichnung erfolgt dabei, vereinfacht erklärt, über die Durchleuchtung des Fingers mittels der Fotolinse des Handys. „Wenn die Patienten so regelmäßig ihren Puls kontrollieren, dann fallen etwaige Veränderungen schneller auf“, so Bahr. Die Kardiologin verweist auf die hohe Dunkelziffer beim Vorhofflimmern. Sie unterscheidet zwischen einem permanenten (dauernden) und einem paroxysmalen (anfallsweisen) Vorhofflimmern. Während das dauernde Vorhofflimmern gut diagnostizierbar ist, werden die Anzeichen des anfallsweisen Vorhofflimmerns wie Herzstolpern, Herzrasen, Unruhe oder Schwächegefühl oft falsch oder gar nicht gedeutet. Werde ein Vorhofflimmern nicht rechtzeitig ärztlich behandelt, sei der Patient signifikant den Gefahren eines Schlaganfalles oder einer Herzschwäche ausgesetzt.

Noch Teilnehmer gesucht

Für die Studie, deren Laufzeit ein halbes Jahr beträgt, werden noch Teilnehmer gesucht. Die Patienten, die jünger als 75 Jahre sind, müssen allerdings gewisse Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufweisen. Patienten, die über 75 Jahre alt sind, müssen keine weiteren Risikofaktoren mitbringen, um an der Studie teilnehmen zu können. Neben Patienten sind Dr. med. Christine Bahr und die Studienärzte zudem noch auf der Suche nach geeigneten Smartphones. Sie bitten deshalb darum, alte Geräte, die nicht mehr benötigt werden, für die Wissenschaft zu spenden. Die Handys werden vor Gebrauch getestet, ob sie den Anforderungen für die Studie entsprechen.

 

Wer an der Studie teilnehmen oder ein Smartphone spenden möchte, kann sich unter der Telefonnummer 03973 229724 bei Dr. Christine Bahr melden und einen Termin mit ihr vereinbaren.

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