Dorfjubiläum

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So feiert ein Dorf seinen 700. Geburtstag!

Der Rossower Karneval Klub, kurz RKK, sorgte für Stimmung beim Umzug.
Der Rossower Karneval Klub, kurz RKK, sorgte für Stimmung beim Umzug.
Gabriele Heyden

So richtig ins Zeug legten sich die Einwohner von Rossow. Ihr Dorf wurde vor 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Die Bürger feierten deshalb eine tolle Party mit allem Drum und Dran.

Was macht ein Dorf, wenn es nachweislich 700 Jahre alt wird? Es feiert. Genau das taten die Rossower und all die Gäste des kleinen Dorfes. Die gesamten 700 Jahre Ortsgeschichte  marschierten Sonnabend während des Festumzuges durch das Dorf, kommentiert von Sabine Witthuhn aus Bergholz. Dass diese Frau es versteht, zu vertellen, weiß mittlerweile jeder Vorpommer. So erfuhren die Festumzugszuschauer aus Rossow, Pasewalk und den umliegenden Dörfern viele Hintergründe zu den dargestellten Szenen. Zum Beispiel, dass es in Rossow bis 1956 die Weidenschälerei von Karl Fechner gab und das heute noch zwei Frauen in Rossow wohnen, die damals in der Schälerei gearbeitet haben. Das sind Erika Nadler und Gisela Zobel. 

Der Nachtwächter, der den Festumzug anführte, heißt Klaus-Dieter Neitzel. Er, Ralf-Peter Nadler und Jörg Schleicher bereiteten dem Dorf ein besonderes Geschenk. Sie gestalteten eine Ausstellung zum 700. Geburtstag. Zahlreiche historische Fotos erinnerten an die Schulzeit, an Handwerksbetriebe, an Auszeichnungen, an das Dorfleben vor langer Zeit und auch an die Bürgermeister. Alle Dorfoberhäupter seit 1905 konnten bestaunt werden. Das jetzige ist Edmund Gebner, seit dem 1. Juli 2004 im Amt. Und der war hin und weg von der Ausstellung – wie die zahlreichen Besucher. „Das war unsere Kindheit; dazu weiß ich eine Geschichte; das ist neben Oma, wo Ecki jetzt wohnt; ist das spannend... “, war da zu hören. Edmund Gebner war aber nicht nur wegen der Ausstellung hin und weg. Er war schlicht überwältigt, wie viele aus anderen Dörfern beim Gestalten des Jubiläumsfestes geholfen haben. Zu einem besonderen Höhepunkt beigetragen haben Klaus Kolm sowie Jörg und Norman Glöde. Sie ließen 70 weiße Tauben ihrer Zuchtgemeinschaft in den Himmel fliegen, zehn für jedes Jahrhundert. Da kann auch in Zukunft nichts schiefgehen in Rossow, Glück und Frieden für die nächsten 700!