Bei der U18-Wahl zum Landtag ist ein Wahllokal besonders aufgefallen: In Pasewalk votierten 17 von den 87 abgegebenen Stimmen
Bei der U18-Wahl zum Landtag ist ein Wahllokal besonders aufgefallen: In Pasewalk votierten 17 von den 87 abgegebenen Stimmen für die NPD. Hannibal
Landtagswahl MV

So sind die NPD-Stimmen bei der U18-Wahl zu erklären

Fast 20 Prozent der U18-Wähler in einem Pasewalker Wahllokal machten ihr Kreuz hinter der NPD. Wie ist dieser hohe Anteil zu erklären?
Vorpommern

Die rechtsextreme NPD holte bei der U18-Landtagswahl in Vorpommern-Greifswald 9,42 Prozent. Ginge es nach den Jugendlichen unter 18 Jahren, wäre die NPD wieder im Landtag vertreten.

„Ausschlag in Pasewalk ist schon bedenklich”

Im Landkreis hatte es insgesamt sieben Wahllokale gegeben – in Greifswald, Anklam (jeweils zwei), Eggesin, Torgelow und Pasewalk. In Pasewalk fällt der hohe Anteil der NPD-Stimmen auf. Von den 87 abgegebenen Stimmen votierten 17 für die Rechtsextremen, was einem Anteil von knapp 20 Prozent entspricht. „Der Ausschlag in diesem Wahllokal ist schon bedenklich. Er schlägt sich so in den anderen Wahllokalen nicht nieder. Man kann also nicht sagen, ein Großteil der Jugendlichen im Kreis ist rechts“, sagt Tino Nicolai, jugendpolitischer Koordinator und Sprecher des Stadt- und Kreisjugendrings sowie Mitorganisator der U18-Wahl im Kreis.

Viele Gründe für die Wahl kommen infrage

Die Gründe der Jugendlichen für eine Wahl von Rechtsextremen könnten unterschiedlich sein. Möglicherweise würden diese damit provozieren wollen, sich von Plakatwerbungen für die NPD beeinflussen lassen oder tatsächlich hinter dieser Partei stehen, sagte Nikolai. Wenn Letzteres zutreffe, müsse man sich dem stellen. Es sei unbestritten, dass es im südlichen Vorpommern, etwa im Raum Löcknitz, rechtsextreme Strukturen gebe. Allerdings sei hier in der Vergangenheit auch viel passiert im Bereich der demokratischen Bildung unter Jugendlichen.

Im Wahllokal Pasewalk konnten Jugendliche aus den Städten Pasewalk und Strasburg sowie aus den Ämtern Löcknitz-Penkun und Uecker-Randow-Tal ihre Stimme abgeben.

Insgesamt hatte bei der U18-Wahl in Vorpommern-Greifswald die SPD das Rennen gemacht. Bei einer Zahl von 308 Gesamtstimmen kamen die Sozialdemokraten auf 15,58 Prozent, gefolgt von der CDU mit 12,01 Prozent, der Tierschutzpartei mit 11,04 Prozent und der AfD mit 10,39. Danach folgte die NPD.

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