Pastor Bernhard Riedel auf der um zwei Meter versetzten Treppe.
Pastor Bernhard Riedel auf der um zwei Meter versetzten Treppe. Mathias Scherfling
Die Dorfkirche von Grünz ist von alten Bäumen umringt.
Die Dorfkirche von Grünz ist von alten Bäumen umringt. Mathias Scherfling
Selbst die Türen der Nebeneingänge wurden zeitweise ersetzt.
Selbst die Türen der Nebeneingänge wurden zeitweise ersetzt. Mathias Scherfling
Bauarbeiten

So wird die Kirche von Grünz barrierefrei

Mit Hilfe von Fördermitteln wird derzeit der Eingangsbereich der Kirche umgestaltet. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass Historisches erhalten bleibt.
Grünz

Obwohl Pastor Bernhard Riedel zum Herbst dieses Jahres das Pfarramt in Penkun aufgeben will, wird er nicht müde, die Modernisierung und Sanierung der Kirchen in seinem Bereich voranzutreiben. Sein neuestes Projekt ist der barrierefreie Zugang zur Kirche in Grünz.

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Anbau im Süden, um Treppe zu erhalten

„Wir freuen uns natürlich, dass wir hier an der Kirche nun eine Rampe anbauen können. Diese ermöglicht es Müttern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrern und Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, ohne fremde Hilfe das Gotteshaus zu betreten“, betonte der Pastor. Die Rampe habe in Richtung Süden angebaut werden müssen, weil auf der anderen der direkte Zugang zum Friedhof erhalten bleiben sollte. „Wir konnten es deshalb nur zur Südseite hin bauen, weil es gewisse Parameter gibt, wie stark eine solche Rampe ansteigen darf“, so Bernhard Riedel. Zudem habe man die Treppe erhalten wollen. „Wir wollten die historischen Stufen erhalten, sodass auch weiterhin Fotos mit Gruppen an dieser Stelle gemacht werden können.“

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Türen und Rosette werden aufgearbeitet

Hier in Grünz habe man außerdem das Problem gehabt, dass wegen des lehmigen Bodens bei Regenwetter immer eine große Pfütze vor der Treppe gestanden habe. „Das wird jetzt alles neu gemacht. Angefangen haben wir mit den Bauarbeiten vorletzte Woche.“ Zunächst seien die Randsteine aus Granit für die Rampe gesetzt worden. „Die historischen drei Treppenstufen wurden um anderthalb bis zwei Meter in Richtung Westen versetzt. Dadurch entsteht eine kleine ebene Fläche direkt vor dem Eingang“, erläuterte Riedel. Weiterhin würden die Türen und auch die Bleiverglasung der Rosette über dem Eingang ebenfalls gemacht. Deshalb seien die Zugänge zur Kirche derzeit mit nicht gerade ansehnlichen Baustellentüren gesichert. „Was an den Türen und Fenstern schadhaft ist, wird ausgewechselt“, versicherte der Pastor.

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Kosten betragen rund 75 000 Euro

Das komplette Bauprojekt verursache Kosten in Höhe von rund 75 000 Euro. „Bezahlt wird das mit Mitteln aus dem Strategiefonds und weiteren öffentlichen Fördermitteln. Wir müssen aber natürlich auch Eigenmittel beisteuern.“ Das Projekt habe sich um gut drei Jahre nach hinten verschoben. „Die Fördergelder waren uns schon 2019 zugesichert worden, aber durch Corona hat es etwas länger gedauert.“ Begleitet werde der Bau durch das Architekturbüro „Tangram Planwerkstatt“ in Greifswald. „Mit diesen Architekten haben wir gute Erfahrungen gemacht. Sie hatten für uns schon die Sanierung des Gemeindehauses in Penkun begleitet“, sagte der Pastor.

Arbeiten im Herbst abgeschlossen?

Im Zuge der Baumaßnahme werde die Kirche auch an das Glasfasernetz angeschlossen. „Vom Zeitrahmen her rechne ich damit, dass die Arbeiten zum Spätsommer oder Frühherbst abgeschlossen sind. Zwischen Erntedankfest und Totensonntag sollen sowohl die Türen als auch die Rampe fertig sein.“ In den letzten Jahren sei an der Kirche viel gemacht worden. Beispielsweise das große Kirchendach vor zwölf Jahren und die beiden Apsis-Seiten vor fünf Jahren. Das finde nun einen vorläufigen Abschluss.

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