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Sparbeauftragter sorgt für Ärger - nicht nur in Penkun

In Penkun wird es in diesem Jahr weder auf dem Schlosshof noch auf dem Marktplatz einen Adventmarkt geben: Weder die Stadt noch der Kultur- und Heimatverein haben dafür das Geld.
In Penkun wird es in diesem Jahr weder auf dem Schlosshof noch auf dem Marktplatz einen Adventmarkt geben: Weder die Stadt noch der Kultur- und Heimatverein haben dafür das Geld.
Rainer Marten

Das gesellschaftliche Leben in Penkun steht vor dem Aus. Denn wie viele andere Gemeinden unterliegt die Stadt dem Sparzwang. Der Kultur- und Heimatverein kritisiert daher unter anderem, dass Geld für einen Sparbeauftragten, wo sonst die Mittel fehlen.  

Ja, es sei richtig, den Mund aufzumachen. Und es sei richtig, den Protest klar zu formulieren. Das meint Götz Grünberg in Reaktion auf den Protest des Radewitzer Ortsvorsteher Carsten Ehrke. Weil dort das Dorfgemeinschaftshaus möglicherweise bald verkauft wird, hatte der die drastischen Sparauflagen kritisiert.

Grünberg schließt sich dem jetzt an. Er war über Jahre Stadtvertreter in Penkun und Leiter des Jugendklubs. Heute trägt er im Kultur- und Heimatverein Verantwortung als Kassenwart. Und dort, in der Vereinskasse, sieht es schlecht aus. So schlecht, dass der Verein seinem Anliegen, für Kultur in dem Städtchen zu sorgen, nicht mehr nachkommen kann. Denn die Stadt unterliegt dem Sparzwang, sie darf die so genannten freiwilligen Aufgaben nicht mehr mitfinanzieren. "Wenn Penkun ausreichend Mittel über den Finanzausgleich vom Land erhalten würde, sähe alles anders aus. Aber das erfolgt nicht: Man schickt uns lieber einen Beauftragten, der wer weiß wie teuer ist", so Grünberg.

Teilhabe am kulturellen Leben

Er macht in der Debatte, folgende Rechnung auf: "Ich vergleiche Penkun derzeit mit einem Hartz-IV-Empfänger; Hartz-IV-Empfängern billigt man einen Regelsatz von 404 Euro zu, darunter sind 44,60 Euro für Teilhabe am kulturellen Leben", sagt er. Und dabei hätten sich die Fachleute ja etwas gedacht. Doch der Sparbeauftragte billige Penkun kein Geld für die Teilhabe am kulturellen Leben zu. "Dem Sparbeauftragten und den Politikern muss man klar sagen: So könnt ihr mit strukturschwachen Regionen auf Dauer nicht verfahren. Das geht schief. Das lassen wir uns nicht gefallen."

Angesichts der schwierigen finanziellen Situation auch im Kultur- und Heimatverein wird es in diesem Jahr keinen Adventsmarkt in Penkun geben. "Das Geld haben wir nicht." Wenn das Land mit seiner Finanzpolitik so weitermacht, schlussfolgert Grünberg, bricht das gesellschaftliche Leben nicht nur in Penkun, sondern auch in den anderen Gemeinden zusammen.