„MAKABERES KESSELTREIBEN”

SPD-Mann mault über Regionalkonferenz in Neubrandenburg

Die einzige SPD-Regionalkonferenz in MV in Neubrandenburg hat im Landesosten nicht nur Freunde. Ein Ex-Bürgermeister findet sogar recht deutliche Worte.
Am Freitag stellen sich die Bewerber-Paare um den SPD-Vorsitz im Neubrandenburger Haus der Kultur und Bildung den Genossen in
Am Freitag stellen sich die Bewerber-Paare um den SPD-Vorsitz im Neubrandenburger Haus der Kultur und Bildung den Genossen in MV näher vor. Christian Charisius
Norbert Raulin
Norbert Raulin Jörg Foetzke
Carsten Seeger Foto: NK-Archiv
Carsten Seeger Foto: NK-Archiv
Edmund Geiger
Edmund Geiger Rainer Marten
Uecker-Randow ·

Norbert Raulin (SPD) findet deutliche Worte: „An diesem Kesseltreiben werde ich mich nicht beteiligen. Es ist makaber, so die neuen Vorsitzenden der Partei zu suchen“, sagt Strasburgs Ex-Bürgermeister zu der am Freitag stattfindenden SPD-Regionalkonferenz in Neubrandenburg. In dem Kreis der Kandidaten sitzen aus Sicht Raulins auch Leute, die den Niedergang der SPD maßgeblich mit zu verantworten hätten. Das erwecke kein Vertrauen in die Partei. „Die SPD hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das wird mit solchen Veranstaltungen nicht behoben. Man muss nicht linker sein als die Linken und nicht grüner als die Grünen“, meint der Strasburger.

Die Menge der Kandidaten erwecke den Eindruck der Beliebigkeit der Funktion des Vorsitzenden. Die SPD habe Leute, die durch ihre Arbeit Vertrauen in der Bevölkerung genießen, betont Raulin und nennt als Beispiel Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius. Ursache für den Niedergang der SPD sei die Abkehr von der Arbeiterklasse, für die sie einst gegründet wurde.

Edmund Geiger: „Wir müssen zurück zu den Wurzeln”

Das sieht auch der Penkuns Vizebürgermeister Edmund Geiger (SPD) so. „Wir müssen zurück zu den Wurzeln. Wir brauchen eine Sozialpolitik, die bei den Bürgern auch ankommt und sich Themen wie Altersarmut annimmt. Man muss nicht versuchen, es jedem recht zu machen“, erklärt der Wolliner, der derzeit im Urlaub ist und darum nicht in Neubrandenburg dabei sein kann. In der Sozialpolitik habe die SPD in den vergangenen Jahren ihr Profil nicht geschärft. Dass sich die Kandidaten bei solchen Veranstaltungen persönlich vorstellen, findet Edmund Geiger indes gut. Wenn man für eine Grundrichtung in der Partei stehe, tendiere man auch bei den Kandidaten in eine bestimmte Richtung.

Nach Ansicht von Carsten Seeger, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, sprechen die bisherigen Veranstaltungen dafür, dass es an der Basis Gesprächsbedarf gibt. „Es ist richtig, mit den zukünftigen Gestaltern der SPD ins Gespräch zu kommen“, sagt der Ueckermünder. Die Anzahl der Kandidaten sei ein gutes Zeichen, dass viele an der Spitze der SPD mitarbeiten wollen. „Auf Bundes- und Europa-Ebene erleben wir eine Zersplitterung des politischen Angebots. Wahlergebnisse wie vor 15 Jahren werden daher nicht mehr zu erreichen sein. Die SPD muss wieder einen guten Weg beschreiten“, betont Seeger, der die Veranstaltung aus Arbeitsgründen nicht besuchen kann.

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