Die Stadt Strasburg hatte in den vergangenen Jahren nicht ausreichend finanzielle Mittel, um den Bestand der Medien in der Bib
Die Stadt Strasburg hatte in den vergangenen Jahren nicht ausreichend finanzielle Mittel, um den Bestand der Medien in der Bibliothek aktuell zu halten. Fred Lucius
In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über den Bestand der Strasburger Bibliothek diskutiert.  Die Zahl der Kinder
In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über den Bestand der Strasburger Bibliothek diskutiert. Die Zahl der Kinder und Erwachsenen als Nutzer liegt unter 100. Fred Lucius
Schließungspläne

Strasburger Bibliothek vor dem Aus

Kaum Nutzer, hohe Ausgaben, veraltete Bestände: Die Strasburger Einrichtung steht vor dem Aus. Profitieren davon sollen aber die beiden Schulen in der Uckermarkstadt.
Straburg

Zu wenige Leser, zu teuer und eine nicht zeitgemäße Ausstattung: Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren über den Bestand der Strasburger Bibliothek diskutiert. Jetzt scheint das Aus der Einrichtung bevorzustehen. „Wir halten mit der Bibliothek ein Angebot vor, das nur noch Wenige haben wollen. Wir erreichen die Bürger kaum noch“, sagte Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Im vergangenen Jahr habe es gerade mal 63 Erwachsene und 12 Kinder als Nutzer gegeben. Auf der anderen Seite gebe die Stadt – ohne Gebäudekosten – im Jahr 11.000 Euro für die Einrichtung aus. Das sei eine Bilanz, die man so nicht stehen lassen kann. Die Verwaltung der Bibliothek sei altertümlich und entspreche nicht einem modernen Bibliothekswesen. Um das zu erreichen, müsse massiv investiert werden.

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Daher müsse man handeln und die Einrichtung schließen. Davon sollen der Bürgermeisterin zufolge die beiden Strasburger Schulen profitieren. Die verfügbaren Mittel könnten auf die Schulen und die dortigen kleinen Bibliotheken aufgeteilt werden, um Bücher und Schüler zusammenzubringen und die pädagogische Arbeit zu stärken.

Wie in der Sitzung zudem bekannt wurde, hat Bibliothekarin Elke Werner, die die Einrichtung im Nebenerwerb leitet, zum September gekündigt. Damit die erwachsenen Leser „nicht ganz hinten herunterfallen“, sei eine Bücher-Tauschbörse im Rathaus denkbar, sagte die Bürgermeisterin.

„Schließung bedeutet Wertverlust für die Stadt“

Die Schließungsabsicht wurde im Bauausschuss kontrovers diskutiert. „Das Thema liegt mir schwer im Magen. Neben Vereinen und dem Museum füllt auch eine Bibliothek eine Stadt aus“, sagte Sieglinde Ernst (Die Linke), die sich gegen eine Tauschbörse im Rathaus aussprach. Die Bibliothek sei in den vergangenen Jahren wie ein Stiefkind behandelt worden, erklärte Rüdiger Wieczorek (CDU). Nun müsse man Mittel und Wege finden sowie Geld in die Hand nehmen, um die Einrichtung attraktiver zu machen. Ausschussvorsitzender Maik Fürst (CDU) betonte, eine Schließung bedeute einen Wertverlust für die Stadt. Aber welche Alternativen gibt es? Fürst schlug vor, dass die Fraktionen zu dem Thema noch einmal beraten.

Stadtvertreter entscheiden im Juni

Auch im Finanz- und Wirtschafts- sowie Sozialausschuss wurde über die Zukunft der Bibliothek diskutiert. „Die Mitglieder des Finanzausschusses folgen dem Vorschlag der Bürgermeisterin. Für alle Zielgruppen gibt es eine Lösung“, sagt Vorsitzender Christian Vorreyer (CDU). Für die erwachsenen Leser werde sich auch eine Lösung finden lassen.

Auch im Sozialausschuss sei das Für und Wider diskutiert worden, letztlich hätten die Mitglieder bei einer Enthaltung dem Vorschlag zugestimmt, erklärte Vorsitzende Manja Prepernau (Bürgerbündnis). Wichtig bei der Unterstützung der Schulen seien nicht nur Bücher, sondern auch Lehrmaterial. Angeregt worden sei eine Befragung der Leser, ob diese auch eine Tauschbörse nutzen würden. Die Strasburger Stadtvertreter werden in ihrer Sitzung am 9. Juni über das Thema abstimmen.

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