Bürgermeisterin in der Kritik

Strasburger Streit wegen Umleitung schwelt weiter

Nach einer Unterschriften-sammlung und einem Protestbrief hat sich Strasburgs Bürgermeisterin im Umleitungsstreit den Vorwürfen von Einwohnern aus dem 3. Siedlungsweg gestellt. Bei der offiziellen kilometerlangen Umleitung bleibt es noch bis Ende nächster Woche.
Fred Lucius Fred Lucius
Kein offizieller Weg, kein offizielles Durchfahrtsverbot-Schild: Trotzdem nutzen Bewohner des 3. Siedlungsweges diesen Schleichweg als Abkürzung.
Kein offizieller Weg, kein offizielles Durchfahrtsverbot-Schild: Trotzdem nutzen Bewohner des 3. Siedlungsweges diesen Schleichweg als Abkürzung. Fred Lucius
Strasburgs Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (hinten, Zweite von links) und Bauamtsleiterin Anke Heinrichs (links) im Gespräch mit rund 30 Einwohnern aus dem 3. Siedlungsweg. Die Einwohner beklagen mangelnde Informationen zum Baugeschehen.
Strasburgs Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (hinten, Zweite von links) und Bauamtsleiterin Anke Heinrichs (links) im Gespräch mit rund 30 Einwohnern aus dem 3. Siedlungsweg. Die Einwohner beklagen mangelnde Informationen zum Baugeschehen. Fred Lucius
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Strasburg.

Zur kilometerlangen Umleitung über Klepelshagen und Neuensund wegen der Bauarbeiten in der Schwarzenseer Straße in Strasburg habe es keine Alternative gegeben. Das Land Brandenburg habe einer kürzeren Umleitung über Rosenthal wegen Straßenschäden nicht zugestimmt, sagte Strasburgs Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU) jetzt bei einem Gespräch mit Bürgern aus dem 3. Siedlungsweg. Einen etwa 100 Meter langen Schleichweg als Umleitung auszuweisen, sei ebenfalls nicht möglich gewesen. Man könne aus einem Ackerstück keine Straße machen, zumal dieses Land noch in Privatbesitz ist, erklärte die Bürgermeisterin, nachdem sich Bürger massiv beschwert hatten.

„Mit Bürgernähe hat das nichts zu tun!”

Die Anwohner des 3. Siedlungsweges, die durch die Bauarbeiten von der Stadt „abgeschnitten“ sind, kritisierten die Informationspolitik der Stadt. „Am Freitag bin ich von der Arbeit gekommen, da war die Schwarzenseer Straße noch auf. Am Montag früh war sie dicht“, schimpfte ein Anwohner. Für gewöhnlich werde über solche Straßensperrungen 14 Tage vorher informiert, fügte er hinzu. Mit Bürgernähe habe das Vorgehen der Stadt nicht zu tun. Bemängelt wurde zudem, dass die Stadt nicht mit dem Landwirt als Landnutzer gesprochen habe, um zu einer für alle akzeptablen Lösung zu kommen. Bei Regen würden auch Rettungskräfte den holprigen und dann aufgeweichten Weg nicht nutzen können, hieß es.

Bürgermeisterin: Es gab keine Alternative

Die Bürgermeisterin entgegnete: Auch wenn die Stadt rechtzeitiger informiert hätte, hätte es zur jetzigen Umleitung keine Alternative gegeben. Aber man habe daraus gelernt, räumte Heike Hammermeister-Friese ein.

Den Schleichweg dürften die Anwohner weiterhin nicht nutzen. Sollten sie es dennoch tun, sehe sie dies ja nicht, fügte die Bürgermeisterin hinzu. Wie Bauamtsleiterin Anke Heinrichs informierte, soll bei passender Witterung am Freitag der Straßenabschnitt in der Schwarzenseer Straße asphaltiert werden und die Straße bis spätestens Ende kommender Woche wieder befahrbar sein. Damit kann die Umleitung aufgehoben werden.

„Mit den Antworten auf unsere Fragen können wir nicht zufrieden sein. Aber mit unserem Protest wollten wir der Stadt zeigen, dass es so nicht funktioniert“, fasste Martina Fiedler nach dem Gespräch die Stimmung unter den Anwohnern zusammen.