HOBBY UND BERUF

Strasburgerin schickt selbst entworfene Manga-Puppen in die Welt

Das Internet hat es einer Mode-Designerin ermöglicht, Puppen aus der Kleinstadt Strasburg in die Welt zu schicken. Sie ist von japanischer Popkultur inspiriert.
dpa
Die Strasburger Modedesignerin Elisa Lange hat diese Manga-Puppe „Lylla” entworfen. In ihrem kleinen Video-Studio
Die Strasburger Modedesignerin Elisa Lange hat diese Manga-Puppe „Lylla” entworfen. In ihrem kleinen Video-Studio nimmt sie Beiträge für ihren YouTube-Kanal auf. Die 32-jährige überträgt ihre Arbeiten im Internet und beliefert inzwischen Kunden in der ganzen Welt. Jens Büttner
Dieser Puppenkopf, den Elisa Lange in ihrer Strasburger Werkstatt bemalt, steht noch ganz am Anfang.
Dieser Puppenkopf, den Elisa Lange in ihrer Strasburger Werkstatt bemalt, steht noch ganz am Anfang. Jens Büttner
Die Puppenrohlinge, die Mode-Designerin Elisa Lange entworfen hat, werden in China gefertigt.
Die Puppenrohlinge, die Mode-Designerin Elisa Lange entworfen hat, werden in China gefertigt. Jens Büttner
Gerade hat Elisa Lange einen Puppenkopf fertig bemalt.
Gerade hat Elisa Lange einen Puppenkopf fertig bemalt. Jens Büttner
Die von ihr entworfene Manga-Puppe „Lylla” bemalt Mode-Designerin Elisa Lange in der Werkstatt.
Die von ihr entworfene Manga-Puppe „Lylla” bemalt Mode-Designerin Elisa Lange in der Werkstatt. Jens Büttner
Noch ein bisschen Lippenstift, und dann ist „Lylla” fertig.
Noch ein bisschen Lippenstift, und dann ist „Lylla” fertig. Jens Büttner
Auch diese Manga-Puppe hat Mode-Designerin Elisa Lange entworfen.
Auch diese Manga-Puppe hat Mode-Designerin Elisa Lange entworfen. Jens Büttner
Die erste Schminke ist schon auf dem Kopf des Puppenrohlings.
Die erste Schminke ist schon auf dem Kopf des Puppenrohlings. Jens Büttner
Strasburg ·

In Japan war sie noch nie, aber die japanische Popkultur inspiriert sie jeden Tag: Die Strasburgerin Elisa Lange hat sich als Puppendesignerin selbstständig gemacht und dank Internet bereits eine internationale Fangemeinde. Die studierte Modedesignerin gestaltet in der Kleinstadt die Manga-Puppen vom Gesicht über Haare und Kleidung komplett um, hat bereits eine eigene Kugelgelenk-Puppe entworfen und produzieren lassen und lässt Interessierte über die digitalen Medien rege daran teilhaben.

„Ich habe die japanischen Trickfilme als Achtjährige gesehen und bin das wohl nie wieder losgeworden“, sagt die 32-Jährige über die Animes – die oft auf den  japanischen Manga-Comics basieren. Inzwischen hat sie etwa 50 ihrer selbst geschaffenen Sammlerstücke verkauft. Die Hälfte davon in die USA und nach Kanada, eine ging nach Australien, einige blieben in Europa.

Beim Gestalten findet sie innere Ruhe

Dabei wollte die Strasburgerin nach dem Studium eigentlich in Berlin Mode für Erwachsene entwerfen, doch dieser Markt ist sehr umkämpft. So zog es sie zurück in die Kleinstadt. „Es versetzt mich in innere Ruhe, wenn ich Puppen neu gestalte.“ Am gefragtesten bei Sammlern ist „Lylla“, ihre über eineinhalb Jahre entworfene Puppe, die in China produziert wird.

Immer, wenn eine Kleinserie kommt, müssen sich Sammler via Internet registrieren lassen. Beim letzten Mal waren die „Lyllas“, die jeder nach seiner Vorstellung gestalten kann, innerhalb von zwei Tagen vergriffen. „Manchmal male ich das Gesicht nach Wunsch noch an“, sagt Lange. Je nach Ausstattung werden solche Sammlerstücke für 460 bis 900 Euro gehandelt, lautet ihre Erfahrung.

Das Puppensammeln kann ein durchaus kostenintensives Hobby sein, weiß die Strasburgerin. Doch das gelte für die meisten Hobbys, je mehr man sie vertieft. Die Anfänge des Schneiderns hat sie von ihrer Mutter gelernt: „Als Jugendliche wollte ich auch die japanische Mode tragen, aber das war zu teuer.“ Da habe sie sich die Kleidung selbst geschneidert. Wenn die Corona-Krise mal vorbei ist – dann will sie endlich mal nach Japan reisen.

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