Asphaltsanierung mit Folgen

:

Straßenbau gefährdet Gasthaus

In den vergangenen Jahren hat sich "Gabis Wirtshaus" in Papendorf einen guten Ruf erworben. Steht das jetzt alles auf dem Spiel?
In den vergangenen Jahren hat sich „Gabis Wirtshaus” in Papendorf einen guten Ruf erworben. Steht das jetzt alles auf dem Spiel?
Jörg Foetzke

Wie eine Bombe schlug die Meldung von der bevorstehenden Sanierung der B 104 im Papendorfer Gasthaus ein. Wegen Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt wochenlang von den Gästen abgeschnitten zu sein, hält Wirtin Gabriela Scherk nicht durch. Sie erwägt die Schließung des Lokals.

Manchmal ruft die Zeitung heftige Emotionen hervor. „Als wir den Bericht über die Sanierung der B104 im Nordkurier gelesen haben, mussten wir erst einmal heulen“, räumt Gabriela Scherk ein. Sie ist die Chefin in „Gabis Wirtshaus“ in Papendorf. Das Lokal befindet sich an der Dorfstraße, die ausschließlich von der Ortsdurchfahrt der B104 aus zu erreichen ist. Ist die Straße ab 10. September aufgrund von Bauarbeiten vier Wochen und vielleicht noch länger gesperrt, sieht es auch düster für Gabis Wirtshaus aus. Denn wie sollen die Gäste ins Lokal kommen, wenn der einzige Zufahrtsweg nicht mehr passierbar ist?

Für Gabriela Scherk hat das deutliche Konsequenzen: Wenn die Gäste sie nicht erreichen können, hat das Gasthaus auch keine Einnahmen – also kann Gabriela Scherk die Tür auch abgeschlossen lassen. Doch auch für die Mitarbeiter wird es unerfreulich. „Ich habe erst einmal allen die Kündigung ausgesprochen“, sagt die Chefin. Diese Entscheidung ist ihr alles andere als leicht gefallen, denn eigentlich verbindet die Betreiberin und ihre Angestellten bisher eine fast familiäre Atmosphäre.

Termine für Festgesellschaften angenommen

Und noch ganz andere Dinge bereiten Gabriela Scherk Kopfzerbrechen. Beispielsweise hat sie bereits Termine für Festgesellschaften angenommen. Wie soll sie damit umgehen, angesichts der anstehenden Bauarbeiten? Und was bringt die Zukunft? Nach den Bauarbeiten will Gabriela Scherk das Wirtshaus wieder öffnen. Ist dann der gute Ruf, den das Lokal sich in den vergangenen Jahren erarbeitet hat, wegen der zeitweiligen Schließung möglicherweise ruiniert?

Sauer ist Gabriela Scherk vor allem auf das Straßenbauamt Neustrelitz. „Warum hat man die Information über die Straßensanierung erst so spät herausgegeben? Wäre sie ein paar Wochen früher gekommen, hätten wir uns viel besser darauf einstellen können“, erklärt die Wirtin. Auch ihr Anruf beim Straßenbauamt brachte keine Neuigkeiten. „Da sagte man mir, die Firma, die den Auftrag ausführt, sei dafür verantwortlich.

Straßenverkehrsamt lenkt ein

Im Gespräch mit dem Nordkurier erklärte Jens Krage, Leiter des Straßenverkehrsamtes Neustrelitz, dass die Bürger in der Regel schon rechtzeitig über anstehende Bauarbeiten informiert werden. Dass es im Fall Papendorf nicht ganz so geklappt hat, bezeichnet er als „äußerst schade“. Doch allein mit Bedauern will auch Krage sich nicht zufriedengeben: So soll am Donnerstag der konkrete Bauzeitenplan vorliegen. „Dann wird sich ein Mitarbeiter mit Frau Scherk in Verbindung setzen, und wir versuchen Lösungen zu finden, um eine Zufahrt zur Gaststätte auch während der Bauzeit zu ermöglichen“, erklärt Krage.