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Stute starb qualvoll, weil Tierärzte nicht halfen

Tierärzte in Vorpommern haben sich oft nur auf Kleintiere spezialisiert. Doch wer hilft den großen Tieren?
Tierärzte in Vorpommern haben sich oft nur auf Kleintiere spezialisiert. Doch wer hilft den großen Tieren?
Roland Weihrauch

Günter Fadels Stute „Cherri“ starb qualvoll. Ein Tierarzt konnte nicht helfen, weil er schon ein Bier intus hatte. Eine weitere Medizinerin traute sich die Behandlung nicht zu, da sie für Kleintiere zuständig ist. Gibt es etwa keine guten Tierärzte mehr in unserer Region?

Günter Fadel musste erst einmal alles sacken lassen, ehe er das Erlebte an die Öffentlichkeit trägt. Im Januar besaß der Mann noch drei Pferde, heute sind es zwei, denn die Stute „Cherri“ hat das Zeitliche gesegnet. „Aber wie das Tier von der Welt kam, dass will man keiner Kreatur zumuten“, sagt der Mann. Gerade, wenn es um Pferde gehe, würde man vom Gnadenschuss sprechen, damit das Tier ohne Leiden von der Welt scheidet. Seinem Pferd wurde das verwehrt.

Die Stute "Cherri" starb Anfang Januar, weil sich kein Tierarzt fand, der das Tier behandeln konnte oder wollte. Die zuerst kontaktierte Bereitschaftstierärztin verwies zunächst an einen anderen Arzt, weil sie selber nur eine Kleintierpraxis betreibe. Der Kollege konnte jedoch nicht mehr fahren, weil er schon ein Bier getrunken hatte. Am Ende landete der Pferdehalter wieder bei der Bereitschaftstierärztin. Die kam dann auch aber "da war das Pferd schon einen qualvollen Tod gestorben", wie Günter Fadel erzählt.