Mehr Kunden, weniger Lebensmittel: Die Tafeln in der Uecker-Randow-Region können teilweise keine Neukunden mehr aufnehmen
Mehr Kunden, weniger Lebensmittel: Die Tafeln in der Uecker-Randow-Region können teilweise keine Neukunden mehr aufnehmen. Seit einigen Monaten haben sie zu wenig Lebensmittel. Sebastian Gollnow
Steigender Bedarf

Tafeln in der Haff-Region arbeiten am Limit

In einer solch komplizierten Lage waren die Tafeln des Arbeitslosenverbandes bei der Versorgung von Bedürftigen lange nicht. Es gibt mehr Kunden, aber immer weniger Lebensmittel.
Pasewalk

Das gab bei den Tafeln des Arbeitslosenverbandes Uecker-Randow noch nicht: „Wir können im Moment keine Neukunden mehr aufnehmen, oder nur noch vereinzelt“, sagt die Vorsitzende des Verbandes, Hannelore Schiebe.

Aufnahmestopp für Neukunden

So gebe es etwa für die Lebensmittel-Ausgabestellen in Ueckermünde, Ferdinandshof, Löcknitz und Eggesin einen Aufnahmestopp. Auch wenn sich die Situation regional unterschiedlich darstelle, seien in den vergangenen zwei Monaten im Schnitt zehn Prozent mehr Kunden registriert worden. Es sei ein Teil der ukrainischen Flüchtlinge aufgenommen worden, etwa an der Pasewalker Ausgabestelle.

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Wegen gestiegener Lebensmittelpreise hätten sich mehr einheimische Bedürftige bei den Tafel-Stützpunkten in der Uecker-Randow-Region gemeldet. „Es gibt aber seit Längerem weniger Lebensmittel, die wir verteilen können. Der Warenzufluss ging schon vor Weihnachten zurück“, berichtet die Vorsitzende.

Kritik an Ämtern und Flüchtlingshilfe

Nach Angaben des Tafel-Verantwortlichen beim Arbeitslosenverband, Gerhard Lemke, bekomme der Verband auch weniger Waren von der zentralen Verteilstelle in Neubrandenburg. „Für die Mitarbeiter in den Ausgabestellen ist es nicht einfach, Kunden Ablehnungen zu erteilen. Auch wenn die Leute in einer schwierigen Situation sind, wenn wir nichts mehr haben, können wir auch nichts verteilen. Unsere Bestandskunden können wir nicht einfach wegschicken“, begründet Gerhard Lemke den Aufnahmestopp. Gleichzeitig kritisierte er, dass Ämter, aber auch Einrichtungen der Flüchtlingshilfe empfehlen, sich Lebensmittel bei der Tafel zu besorgen.

Kraftstoffpreise erschweren Situation

Das Angebot des Verbandes sei zusätzlich, freiwillig und erfolge ohne staatliche Förderung. Flüchtlinge müssten so schnell wie möglich staatliche Leistungen beziehen können, damit sie sich selbst mit Lebensmitteln versorgen können, meint Gerhard Lemke. Er verweist zudem darauf, dass der Verband mit den gestiegenen Kraftstoffpreisen zu kämpfen habe.

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Allein das Fahrzeug in Pasewalk lege beim Anfahren der Geschäfte, die Lebensmittel abgeben, rund 2000 Kilometer im Monat zurück. Nach Angaben des Verbandes nutzen zwischen Penkun und dem Haff rund 450 Haushalte oder im Schnitt 1200 Personen die Tafeln. Um die 25 Mitarbeiter kümmern sich um das Sortieren der Waren und um die Ausgabe, darunter Teilzeitkräfte und Ein-Euro-Jobber.

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