Zahlreiche Kaninchen werden in Damerow gehalten. Ihre Buchten sind nach Ansicht des Veterinäramts viel zu klein.
Zahlreiche Kaninchen werden in Damerow gehalten. Ihre Buchten sind nach Ansicht des Veterinäramts viel zu klein. Susanne Böhm
Helfer des Tierschutzbundes Greifswald konnten zwei trächtige Katzen fangen. Doch es streunern immer noch viele Tiere in
Helfer des Tierschutzbundes Greifswald konnten zwei trächtige Katzen fangen. Doch es streunern immer noch viele Tiere in Damerow herum, auch kranke und verletzte. Susanne Böhm
Diese und eine weitere trächtige Katze haben Tierschützer in Damerow eingefangen. Doch in dem Dorf brauchen noch vie
Diese und eine weitere trächtige Katze haben Tierschützer in Damerow eingefangen. Doch in dem Dorf brauchen noch viel mehr Tiere Hilfe. Tierschutzbund Greifswald
Tiere in Not

Tierschützer in Sorge um Katzen und Kaninchen in Damerow

Zwei trächtige Katzen wurden eingefangen und untergebracht. Doch das war nur die Spitze des Eisbergs. In dem Dorf bei Pasewalk brauchen noch viel mehr Tiere Hilfe.
Damerow

Tierschützer, Behördenmitarbeiter und Kommunalpolitiker sorgen sich um das Wohl der Tiere in Damerow. Nachdem ein Kaninchen- und Geflügelhalter öffentlich gemacht hatte, mit der Versorgung streunender Katzen überfordert zu sein, waren in der vergangenen Woche Mitglieder des Tierschutzbundes Greifswald vor Ort.

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An zwei Tagen versuchten die Frauen, Katzen einzufangen. Zwei trächtige Tiere gingen in die Falle. „Das waren Härtefälle, ihr Gesundheitszustand mehr als kritisch. Sie sind jetzt in unserer Station gut untergebracht“, sagte Vereinsmitglied Daniela Hirschfeld am Montag. Beunruhigt sei man jedoch, weil etliche weitere Katzen nicht gefangen werden konnten, darunter kranke und verletzte. „Es sind immer noch rund 14 Katzen von einer äußerst misslichen Lage betroffen und brauchen dringend Hilfe.“ Gemeinsam werde überlegt, was weiter zu tun ist. Unbedingt angewiesen sei man auf die Kooperationsbereitschaft des Damerowers. Zuletzt habe es diesbezüglich allerdings Irritationen gegeben, die sich hoffentlich aus dem Weg räumen lassen. „Wir wollen nach wie vor sehr gern helfen.“

„Suchen händeringend Beistand”

Gleiches gelte für Mitarbeiterinnen des Veterinäramtes des Landkreises Vorpommern-Greifswald und des Ordnungsamtes Pasewalk. Alle hätten sich in Damerow eingefunden. „Innerhalb von 48 Stunden nach unserem Anruf waren sie sofort da.“ Das zeige, dass bei den Behörden die Lage in Damerow ernst genommen wird. „Sie unterstützten unsere Aktion, und wir trafen lösungsorientierte Absprachen im Sinne der Tiere.“ Nicht zuletzt seien die Tierschützer auf Spenden angewiesen, um die „enormen Kosten“ der wohl unausweichlichen Fang- und Kastrationsaktion bezahlen zu können. „Finanzielle Unterstützung ist in einer solchen Situation das A und O für uns. Doch wir suchen händeringend auch Beistand von anderen Vereinen, da wir nicht die Kapazitäten haben, alle Katzen zu versorgen und zu beherbergen.“ Man wolle in Damerow so vielen Tieren wie möglich helfen.

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Mehrere Anzeigen in den vergangenen Jahren

Auch die erhebliche Menge Kaninchen, Enten und Tauben, die in Buchten und Verschlägen auf einem Pacht-Grundstück gehalten werden, bereiten Kopfzerbrechen. „Zu dem Tierhalter gab es bereits in den vergangenen Jahren mehrere Tierschutzanzeigen. Gründe waren unangenehme Gerüche und das unansehnliche Umfeld. Ebenfalls hatten die Einwohner Mitleid mit den Tieren. Zu viele Hühner, Enten und Gänse werden nach der Aussage der Anzeigenden auf einer viel zu kleinen Fläche gehalten, und die Haltungsbedingungen seien unzumutbar“, erklärte Anke Radlof aus der Kreisverwaltung. „Es gab Auflagen zur Reduzierung des Bestandes. Diese Maßnahmen zeigten jedoch kaum Erfolg. Seit 2022 wurde die Geflügelhaltung auf dem Standort generell untersagt.“ Unterstützungsangebote des Veterinäramts, wie das Einfangen und Kastrieren oder die Einrichtung einer Futterstelle, habe der Mann abgelehnt.

Hilfsangebote aus der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Kaninchenbuchten seien „definitiv zu klein“. Da die Gemeinde Rollwitz den Pachtvertrag für den Garten zum Jahresende gekündigt hat und der Tierhalter das Grundstück ohnehin räumen muss, sei ein Umbau der Buchten jedoch als unverhältnismäßig angesehen worden. Am neuen Ort werde ihm die Tierhaltung „nur gestattet, wenn geeignete Voraussetzungen vorhanden sind“.

Bürgermeister René Thom will das Problem in dieser Woche mit den Gemeindevertretern besprechen. Am Freitag wisse er mehr, sagte er am Montag. Ein Hilfsangebot gibt es auch von Tierschützern aus der Mecklenburgischen Seenplatte. „Wir können bei Bedarf eine großangelegte Aktion planen und helfen“, sagte Manuela Jeschke vom Katzenparadies Neustrelitz.

Auch die Tierrettung Greifswald hat die Situation in Damerow im Blick. Bereits zu Monatsbeginn hatten die Tierretter zwei kranke Katzen eingefangen. Einer ging es so schlecht, dass sie eingeschläfert werden musste. Der Tierhalter war am Montag nicht erreichbar.

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