POLIZEIEINSATZ IM GARAGENKOMPLEX

Treffpunkt der Rechten in Pasewalk lange bekannt

Einige Garagen in Löcknitz sollen nicht weiter zweckentfremdet genutzt werden. Dazu bringt der Landkreis ein Verfahren auf den Weg – nicht zum ersten Mal.
In diesem Löcknitzer Garagenkomplex gab es in der Nacht zum Sonntag eine Polizeiaktion.
In diesem Löcknitzer Garagenkomplex gab es in der Nacht zum Sonntag eine Polizeiaktion. Rainer Marten
Löcknitz.

Illegale Kneipe, brauner Treffpunkt – Löcknitzer, die eine der 150 Garagen im Garagenkomplex an der Rothenklempenower Straße nutzen, sprechen ganz offen über die Zusammenkünfte von Leuten mit rechtsextremem Gedankengut am Ortsrand von Löcknitz. „Da weiß die Polizei wenigstens, wo sie sich aufhalten und muss nicht suchen“, meinte am Montag ein Pächter.

Nur: Bereits vor zwölf Jahren, am 17.  April 2008, erließ der Landkreis Vorpommern-Greifswald eine Nutzungsuntersagung für einige Räume in dem Bereich. Begründung: Die Garagen wurden ihrer ursprünglichen Nutzung entzogen und als Schankraum und Raum für die Speisezubereitung genutzt. Darüber hinaus wurden dort tragende Innenwände entfernt. Bei einer Besichtigung entdeckte die Behörde einen Ofen und eine Registrierkasse. Die Gewerbeaufsicht wurde deshalb eingeschaltet. Der Polizeieinsatz in der Nacht zum Sonntag ergab jetzt, dass dort entweder noch immer oder schon wieder alles beim Alten ist.

Polizei verkündet „Null-Toleranz-Strategie”

Eine Nachfrage beim Landkreis Vorpommern-Greifswald ergab, dass die Behörde die Polizeiaktion in der Nacht zum Sonntag aufmerksam verfolgt hat. „Der Erkenntnis folgend, dass die in Rede stehenden Gebäude immer noch oder wieder zweckentfremdet genutzt werden, ist ein neues Verfahren auf den Weg gebracht worden. Dieses steht kurz vor dem Abschluss“, teilte Pressesprecher Achim Froitzheim mit. Möglicherweise ist die Verfügung aus dem Jahre 2008 untergegangen, weil für den betreffenden Garagenkomplex der Besitzer gewechselt hat.

In Löcknitz war es am Wochenende zu einem massiven tätlichen und verbalen Angriff auf Polizeibeamte durch Personen aus der rechten Szene gekommen. Drei Beamte wurden bei dem Einsatz verletzt. Hintergrund der erhöhten Polizeipräsenz im Großraum Löcknitz sind Erkenntnisse darüber, dass sich dort in der Vergangenheit rechtsextreme Strukturen entwickelt und mehr und mehr verfestigt haben. Das haben nicht nur die Ereignisse vom letzten Wochenende gezeigt.

Auch das Auftreten beim Volkstrauertag oder bei verschiedenen Veranstaltungen im Garagenkomplex Löcknitz hat das deutlich unter Beweis gestellt, hieß es in einer Polizeimitteilung. Durch polizeiliche Maßnahmen seien mittlerweile Treffpunkte und handelnde Personen bekannt. Die Polizeiinspektion Anklam werde mit mit einer „Null-Toleranz-Strategie” dem Treiben entgegentreten.

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