FRIEDLÄNDER WIESE

Trockenheit: Ministerium widerspricht Landwirten

In der Friedländer Großen Wiese ist Grünland durch anhaltende Trockenheit geschädigt. Bauern fordern, über ein vom Land betriebenes Pumpwerk Wasser in die Wiese zu leiten.
Fred Lucius Fred Lucius
Die Landwirte Heinz Springer (von links), Clemens Hoppe und Eric Salow von der Agrar GmbH GutFerdinandshof sowie Dirk Henke (r
Die Landwirte Heinz Springer (von links), Clemens Hoppe und Eric Salow von der Agrar GmbH GutFerdinandshof sowie Dirk Henke (r.) von der Lübs Agrar GmbH schauen sich mit Sven Saeger vom Bauernverband Uecker-Randiow (3. v. r) und Irene Kalinin vom Wasser- und Bodenverband geschädigtes Grünland bei Mariawerth an. Fred Lucius
Von Trockenheit und Wühlmäusen geschädigtes Grünland bei Mariawerth.
Von Trockenheit und Wühlmäusen geschädigtes Grünland bei Mariawerth. Fred Lucius
Vorpommern.

Die Probleme rund um die Friedländer Große Wiese sind aus Sicht des Schweriner Landwirtschaftsministeriums komplex und vielschichtig. Es gebe keine einfachen und schnellen Lösungen, wie von den Landwirten suggeriert wird, sagt Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Landwirte, unter anderem vom Gut Ferdinandshof, hatten vor ein paar Tagen auf erheblich geschädigtes Grünland aufmerksam gemacht.

Ursache sei die lang anhaltende Trockenheit. Dadurch seien Gräben leer, die für einen ausreichenden Wasserstand sorgen. Den Bauern zufolge könnte über das Pumpwerk Dersewitz bei Stolpe Wasser von der Peene in den Peene-Süd-Kanale gepumpt werden, dass dann in den Landgraben fließt, der in der Wiese liegt (der Nordkurier berichtete).

Es bestünden erhebliche Zweifel, dass das Problem durch Zuschusswasser aus der Peene über den Peene-Süd-Kanal schnell gelöst werden kann, erklärte dagegen die Ministeriumssprecherin. Selbst wenn eine Einigung über die Kosten erreicht werde, könne ohnehin nur etwa ein Viertel der Friedländer Großen Wiese mit dieser Maßnahme bewässert werden. Dabei handele es sich um das „Versorgungsgebiet 1“.

Die drei anderen Versorgungsgebiete würden im Verhältnis zu hoch liegen. Eine Rettung des Moores oder ein Stopp der Kohlenstoffdioxid-Emissionen könne damit ohnehin nicht erreicht werden. „Das Ministerium ist an nachhaltigen Lösungen interessiert und strebt hierzu einen entsprechenden Dialog mit den ortsansässigen Landwirten an“, betonte Klaußner-Ziebarth.

Eines der größten Niedermoore Deutschlands zu trocken

Die Friedländer Große Wiese gehöre zu den größten Niedermooren Deutschlands. Die moortypischen Eigenschaften habe sie durch jahrhundertelange intensive Entwässerung verloren. Das Wachstum von moorbildenden Torfmoosen sei bereits im 18. Jahrhundert zum Erliegen gekommen. Der Moorboden sei degeneriert beziehungsweise mineralisiert und seitdem um bis zu 2,5 Meter abgesackt oder in sich zusammengefallen.

„Moorböden sind für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und erst recht für eine ackerbauliche Nutzung nicht geeignet. Dies liegt auch an den ungünstigen physikalischen Eigenschaften des Substrates, die in Trockenzeiten einen vertikalen Aufstieg des Wassers aus tieferen Schichten erschweren oder sogar verhindern“, erklärte die Sprecherin.

120 000 Euro für temporäre Bewässerung?

Ob die von den Landwirten genannte Summe von rund 120 000 Euro für eine temporäre Bewässerung korrekt ist, konnte die Sprecherin nicht bestätigen. „Die dieser Summe zugrunde liegenden Annahmen zur Entnahmemenge und -dauer sind nicht bekannt, sodass eine Prüfung nicht möglich ist.“ Es würden grundsätzlich vier Pumpen zur Verfügung stehen. Von denen sei jeweils eine in Betrieb. Für die Bereitstellung von Strom verlange der Versorger je Pumpe 3900 Euro jährlich zuzüglich Verbrauchskosten.

Aktuell würden sich die derzeit mit Wasser belieferten Landwirte mit 0,02 Euro je Kubikmeter an den Stromkosten beteiligen. Das Naturschutzprojekt am Galenbecker See sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Dass auch dort derzeit wenig Wasser stehe, sei eine Folge fehlender Niederschläge.

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Kommentare (1)

...als die betroffenen Bauern, will man uns auch bei solchen Tatsachen einhämmern!