PROTEST IN STRASBURG

Umleitung bringt Bürgermeisterin in die Kritik

Erstmals seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2018 schlägt Strasburgs Bürgermeistern Heike Hammermeister-Friese kräftiger Gegenwind entgegen. Auslöser ist eine aus Sicht einiger Bürger „unzumutbare“ Umleitung.
Fred Lucius Fred Lucius
Diesen etwa 100 Meter langen Schleichweg nutzen Anwohner des 3. Siedlungsweges in Strasburg, um sich wegen der Bauarbeiten in der Schwarzenseer Straße eine kilometerlange Umleitung zu ersparen. Dies ist nicht erlaubt, betont Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU).
Diesen etwa 100 Meter langen Schleichweg nutzen Anwohner des 3. Siedlungsweges in Strasburg, um sich wegen der Bauarbeiten in der Schwarzenseer Straße eine kilometerlange Umleitung zu ersparen. Dies ist nicht erlaubt, betont Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU). Fred Lucius
Heike Hammermeister-Friese (CDU) steht in der Kritik.
Heike Hammermeister-Friese (CDU) steht in der Kritik.
Strasburg.

Das ist harter Tobak Richtung Strasburgs Bürgermeisterin. Einwohner aus dem 3. Siedlungsweg werfen Heike Hammermeister-Friese (CDU) vor, die „unsägliche Situation“ mit der kilometerlangen Umleitung wegen der Bauarbeiten in der Schwarzenseer Straße auszusitzen. „Es ist unmöglich, dass es bis heute keine Reaktion der Bürgermeisterin auf unsere Unterschriftensammlung gab. Dem Schweigen können wir entnehmen, dass wir Frau Hammermeister-Friese völlig egal sind. Kommunikation ist offensichtlich nicht ihre Stärke“, heißt es in einem Schreiben von Jana Peter im Namen der Betroffenen.

Die offizielle Umleitung ist nach ihren Angaben 25 Kilometer lang. Einen „Schleichweg“ von nur etwa 100 Metern dürfen ausschließlich Rettungsfahrzeuge nutzen. „Die Bürgermeisterin wohnt ja noch nicht so lange in Strasburg, sie sollte die Strecke mal abfahren – die Landschaft rund um die Brohmer Berge ist durchaus reizvoll. Um vom 3. Siedlungsweg in die Stadt zu gelangen aber keine Option!“, schreibt Jana Peter.

Bürger sammeln Unterschriften

Im Namen aller von der Stadt „abgeschnittenen Bürger“ fordert sie Heike Hammermeister-Friese auf, sich mit dem Landeigentümer über die Befahrbarkeit des Schleichweges zwischen dem 2. und 3. Siedlungsweg zu einigen. Kritisiert wird zudem die Informationspolitik der Stadt. Informationen zu dem Baugeschehen wie die Verlängerung der Sperrung der Schwarzenseer Straße bekomme man nur scheibchenweise serviert. Kritik kommt mittlerweile auch aus dem 1. Siedlungsweg. Mit einer Unterschriftensammlung fordern Bürger, diese Straße für Baufahrzeuge zu sperren. Sie befürchten Schäden an der Straße.

„Bauarbeiten bringen immer Belastungen mit sich”

Heike Hammermeister-Friese betont, dass es sich bei dem Weg um keinen offiziellen Weg handelt und dieser offiziell auch nicht für den Verkehr freigegeben werden kann. Es sei verboten, über Privatgrundstücke zu fahren. „Für die kurze Zeit ist die Umleitung zumutbar, auch wenn das die Anwohner nervt“, sagt die Bürgermeisterin. Bauarbeiten würden Belastungen und Einschränkungen für die Anwohner mit sich bringen. Einige Bürger störe das Befahren des Schleichweges, andere würden erwarten, dass man diesen nutzen darf. „In dieser Frage kann man es niemandem recht machen“, sagt Heike Hammermeister-Friese, die zugibt, vorab nicht mit dem Landwirt als Nutzer der Fläche gesprochen zu haben.

Die Bedenken der Bürger im 1. Siedlungsweg seien hingegen begründet. Hier wolle man eine Lösung gemeinsam mit den Baufirmen finden. „Aber wir können die Baustoffe nicht mit dem Hubschrauber transportieren. Wenn der 1. Siedlungsweg nicht befahren werden soll, trifft es jemand anders“, sagt die Bürgermeisterin.

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