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Und – wie steht der Weizen?

Weizenbonitur auf einem Schlag des Familienbetriebes Zastrow bei Friedefeld. Chris Glasenapp, Stephan Rouenhoff, Tom Bögelsack, Lars Zastrow und Christian Wloch (von links) beurteilen den Wachstumsstand – und leiten daraus die weiteren Schritte zur Bestandsführung ab.  FOTOS: R. Marten

Am Lauseberg bei Friedefeld steht der Weizen bestens. Sogar der im Herbst rund vier Wochen später ausgesäte Schlag verspricht eine goldene Ernte. Aber, ...

Am Lauseberg bei Friedefeld steht der Weizen bestens. Sogar der im Herbst rund vier Wochen später ausgesäte Schlag verspricht eine goldene Ernte. Aber, aber... Da sind diese unbekannten Größen, die
im Verlauf eines Wirtschaftsjahres jeden Landwirt treffen können. Aber nicht um
die Unwägbarkeiten der Landwirtschaft, sondern um die richtigen Maßnahmen zur rechten Zeit ging es jun-
gen Landwirten der Uecker-Randow-Region, als sie jetzt landwirtschaftliche Flächen des Familienbetriebes Zastrow in Friedefeld in Augenschein nahmen – fach-
männisch gesagt: bonitierten. Wer im Verlauf der Vegetationsperiode Pflanzenmerkmale, Krankheiten und Schädlingsbefall im Blick behält, kann darauf zeitnah reagieren, sagte einleitend Mike Zastrow, der zusammen mit Vater Hermann Zastrow den Familienbetrieb in Friedefeld führt. Ein zweiter Sohn, Lars, befindet sich in der landwirtschaftlichen Ausbildung. Der 500 Hektar-Betrieb setzt vor allem auf Weizen (200 ha), aber auch auf Gerste (85 ha), Raps (45 ha) und Zuckerrüben (24 ha). 45 Hektar sind Wiese. Das zweite Standbein ist die Schweinemast.
Die jungen Landwirte, die die Bonitur vornahmen, stammen aus Familienbetrieben wie Chris Glasenapp, Sommersdorf, oder sind Mitarbeiter in Landwirtschaftsbetrieben, wie Tom Bögelsack, Jürgens GbR Polzow, oder Christian Wloch, Friedberger Grünland GmbH.
Vor Ort praktizierte Landwirtschaft eines anderen Betriebes erleben, darum gehe es an diesem Tag, verdeutlichte Silvia Marscheider, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Uecker-Randow. Je nach Vegetationsstand sollten Maßnahmen der Bestandsführung diskutiert werden.
Auf Zastrows Weizenschlag am Lauseberg sind im Weizen (Sorte „Akteur“) die Unterschiede sichtbar: Der nach Raps pfluglos am
20. und 21. September bestellte Weizen steht prächtig. Etwa 780 Halme auf den Quadratmeter lassen einiges erhoffen. Meter weiter die gleiche Sorte, gedrillt am 26. Oktober auf einem gepflügten Zuckerrübenschlag. Ausgezählt werden 450 Halme auf den Quadratmeter, ebenfalls ausreichend. Die Landwirte diskutieren Düngung und Pflanzenschutz, den Einsatz einen Wachstumsregulators, um Lagergetreide zu vermeiden. „Gerade jetzt, zu diesen Zeitpunkt, kann der Ertrag noch beeinflusst werden“, sagt Lars Zastrow. Am Ende allerdings wird jeder für sich entscheiden müssen, wie er reagiert. Für die eigene Strategie, so sagt Emanuel Reim (27), Geschäftsführer der Agrar Schwennenz GmbH, sei es aber immer wieder wichtig, mit den anderen im Austausch zu stehen.