Hinter dem Wohnblock verwildern mehrere Katzen.
Hinter dem Wohnblock verwildern mehrere Katzen. ZVG
Tierschutz

Verwahrloste Katzen auf dem Dorf – „Keiner fühlt sich zuständig”

Eine Tierfreundin wollte verwahrlosten Katzen hinter einem Wohnblock helfen und stieß zunächst auf taube Ohren. Eine Katze musste erlöst werden.
Damerow

Ein Besuch in Damerow hat Concordia Rosa-Gueffroy für mehrere Monate ruiniert. Die Frau aus Hardenbeck in Brandenburg besuchte im Winter ihren Schwiegervater in dem Dorf südlich von Pasewalk (Vorpommern-Greifswald). Was sie hinter dem Wohnblock erblickte, lässt ihr keine Ruhe.

„Das sind Zustände wie in Osteuropa. Keiner fühlt sich zuständig, das Veterinäramt schaut zu. Das ganze Dorf schaut weg“, beschreibt sie. Schutzlos seien Katzen Kälte und Nässe ausgesetzt. Sie seien krank und würden sich unkontrolliert vermehren. Das Elend sei schwer zu ertragen.

Eine Katze wurde behandelt, die andere erlöst

Tagelang habe sie sich durch Behörden und Tierheime telefoniert und gemailt, sei von Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg und zurück verwiesen worden. „Keiner fühlte sich zuständig.“ Erst von der Tierrettung Greifswald habe sie den entscheidenden Tipp bekommen, es beim Ordnungsamt in Pasewalk zu versuchen. In Zusammenarbeit mit der Behörde griffen die Tierretter dann in Damerow ein. „Wir brachten zwei Katzen zum Tierarzt. Eine war so sehr erkrankt, dass sie erlöst werden musste. Die andere wird weiter behandelt“, teilten die Tierretter mit.

Die Tierschützerin kann das Erlebte in Damerow nicht vergessen. „Die anderen Katzen dort werden kein schönes Leben haben.“ Die Misere entstehe nur, weil einige Katzenhalter zu geizig seien, ihre Tiere zu kastrieren. Ebenfalls erschrocken sei sie über die Reaktion mancher Behörden. Seit Anfang Februar habe sie sich um Hilfe bemüht. Zwar habe sie zunächst an die falschen Stellen gewandt, doch dort habe man wenig bis keine Bereitschaft gezeigt, ihr den richtigen Ansprechpartner zu nennen.

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