CORONA-UNTERSTÜTZUNG

Vorpommerns Fahrdienste hoffen auf Landkreis

Mehr als 30 kleine und mittelständische Unternehmen in Vorpommern erbringen Leistungen für die öffentliche Hand, darunter für den Landkreis. Doch dieser hat Aufträge abbestellt.
Unternehmen erbringt einen Großteil der Fahrdienstleistungen für die öffentliche Hand. Sie hoffen auf Gespr&au
Unternehmen erbringt einen Großteil der Fahrdienstleistungen für die öffentliche Hand. Sie hoffen auf Gespräche mit dem Landkreis, wegen der ausfallenden Fahrten. Symbolbild/R. Marten
Penkun.

 

Weit über 30 kleine und mittelständische Unternehmen im Landkreis haben Fahrdienste und Leistungen für die öffentliche Hand übernommen, weil sie in der Regel günstiger sind als der öffentliche Personennahverkehr.

In der südlichsten Kreishälfte spezialisierte sich die Penkun-Tourist GmbH auf diese Leistungen. „Von unseren 14 Fahrzeugen haben wir acht in der Halle, um Kosten zu sparen. Darüber hinaus haben wir Kurzarbeit angemeldet“, sagt Geschäftsführer Bernd Netzel. Auch diesem Unternehmen fehlen die Einnahmen, weil der Schülertransport fast vollständig weggebrochen ist.

Forderung der Unternehmer: Die Kreispolitik sollte sich damit beschäftigen

„Wir haben die Soforthilfe über das Land beantragt. Das hat wirklich sehr schnell und gut geklappt. Aber mit dem Geld können wir lediglich eineinhalb Monate überbrücken“, so Netzel. Auch er befürchtet schwierige Zeiten für die 22 Mitarbeiter und für das Unternehmen, wenn sich der Kreis zu einhundert Prozent aus dem Vertrag zurückzieht. Auf seine Anfrage zu dem Thema an den Kreisausschuss hat das Rechtsamt reagiert.

„Wir haben mit dem Kreis immer gut zusammengearbeitet, aber die Antwort hat mich dann doch erstaunt: Es bestünde kein Ausnahmetatbestand, hieß es in dem Schreiben. Und eine Vergütung könne nur bei erbrachter Beförderungsleistung erfolgen. Wenn das jetzt kein Ausnahmefall ist, was muss dann noch passieren?“, fragt Netzel. Auch er geht davon aus, dass sich die Kreispolitik mit dem Thema beschäftigen sollte. „Betroffen sind knapp 40 Unternehmen. Die kann man nicht hängen lassen.“

Auch Anklamer Unternehmen betroffen

Michael Giermann, Inhaber eines Taxi- und Kurierfahrten-Unternehmens in Anklam, ist Einzelkämpfer. In seiner Branche ist das schwer genug: Morgens, mittags, abends – der Mann muss immer bereit sein. Ein Standbein seines Unternehmens bildeten die Fahrleistungen für die öffentliche Hand. Giermann fährt Kinder zur Schule und nach Hause. „Das macht etwa 75 Prozent meiner Umsätze aus“, berichtet er.

Bis Mitte März war das so, dann kam der große Schock: Die Schulen schlossen. Die Kinder blieben zu Hause. Keine Fahrleistungen und damit kein Verdienst. „Ich habe mich in der Sache an den Landkreis gewandt und darum gebeten, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, denn unsere Leistungen werden gebraucht – spätestens, wenn der Schulbetrieb wieder vollläuft“, sagt er. Eine Antwort hat er noch nicht erhalten.

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