Michael Wolff von der Firma Natur- und Baumservice Brüssow schneidet mit der Kettensäge den Baumstamm unten ab.
Michael Wolff von der Firma Natur- und Baumservice Brüssow schneidet mit der Kettensäge den Baumstamm unten ab. Fred Lucius
Ein Bagger mit Fällgreifer nimmt die unmittelbar an der Kreisstraße stehenden Bäume ab.
Ein Bagger mit Fällgreifer nimmt die unmittelbar an der Kreisstraße stehenden Bäume ab. Fred Lucius
Sturmschäden

Warum 85 Bäume zwischen Pasewalk und Bröllin gefällt werden

Die Sturmschäden in den Wäldern sind noch überall zu sehen. Bei Pasewalk werden in dieser Woche auch Bäume abgenommen, von denen man gar nicht vermutet, dass sie geschädigt sind.
Bröllin

Die drei „Arme“ des Fällgreifers umfassen die Kiefer in etwa drei Metern Höhe. Es knackt ein paar Mal kurz, schon ist der Baumstamm getrennt und wird auf der anderen Straßenseite abgelegt. Während der Greifer den Reststamm festhält, schmeißt Michael Wolff die Kettensäge an und sägt den Baum unten ab. Weiter geht es zum nächsten. Im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Greifswald nimmt die Firma Natur- und Baumservice Brüssow in dieser Woche an der Kreisstraße VG 92 zwischen Pasewalk und Bröllin 85 Bäume ab, bis auf eine Handvoll Birken sind es Kiefern, die dicht an der Straße stehen. „Auch wenn man es nicht gleich sieht, die Bäume sind alle durch die Stürme geschädigt“, sagt Frank Stoebel, Geschäftsführer des Brüssower Unternehmens, das sich für die Arbeiten die Firma Jordan Containerdienst aus dem uckermärkischen Casekow mit ins Boot geholt hat.

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Der Schaden liegt allein an dieser Straße bei 35.000 Euro

An den Bäumen haben sich Stoebel zufolge die Wurzeln gelöst, der Böschungsbereich biete keinen ausreichenden Halt. Daher müssten sie gefällt werden. Im Vorfeld der Arbeiten sei der Baumwart der Straßenmeisterei Pasewalk die Strecke abgelaufen und habe die geschädigten Bäume markiert. Eine weitere Begehung habe es dann noch mit dem Straßenmeister des Landkreises, Joachim Vöcks, gegeben. Der Schaden, der an dieser Straße aufgrund des Sturms angerichtet wurde, beträgt laut Landkreis rund 35. 000 Euro. Weil die Bäume auf dem Grundstück des Kreises stehen, ist dieser auch für die Fällungen zuständig.

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Für Bauholz nicht mehr geeignet

Am Mittwoch rückte schließlich ein Holzhäcksler an, der die Bäume zu Hackschnitzel schreddert. Diese wiederum werden an Heizkraftwerke geliefert. „Für Bauholz eignet sich das Kiefernholz nicht mehr, es ist mit Blaufäule befallen“, sagt Fachmann Stoebel. Problematisch an den Straßenbäumen sei, dass diese im unteren Stammbereich viel Dreck, teilweise sogar Metall aufweisen. Für die Kettensägen sei das nicht gut. Mit der Aufarbeitung der Sturmschäden habe die Brüssower Firma nach wie vor zu tun, wie Geschäftsführer Stoebel erklärt. Da das Unternehmen einen Rahmenvertrag mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald habe, müsse man diese Arbeiten vorrangig erledigen. „Solch ein großes Projekt bringt natürlich unseren Arbeitsplan erheblich durcheinander.“ Punktuell, etwa im Jahr 2016, habe es bei Stürmen größere Schäden gegeben. Das Besondere in diesem Jahr sei, dass Schäden flächendeckend aufgetreten seien.

Am Freitag ab 17 Uhr endet offiziell die Sperrung der Kreisstraße.

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