TIERSCHUTZ

Warum diese Frauen fremde Katzen fangen

Katzen sind niedlich, können aber auch Probleme machen – wenn sie sich unkontrolliert vermehren und sich niemand um sie kümmert. In Strasburg gibt es eine Frauengruppe, die Straßen-Katzen einfängt.
Fred Lucius Fred Lucius
Julia Friedel (von links), Marion Hannemann und Gundula Dressler kümmern sich mit zwei weiteren Frauen in Strasburg um St
Julia Friedel (von links), Marion Hannemann und Gundula Dressler kümmern sich mit zwei weiteren Frauen in Strasburg um Straßen-Katzen. Während Katze Mautz auf dem Arm von Marion Hannemann zur Familie gehört, wurde der Kater in der Box eingefangen. Er wird jetzt kastriert und dann wieder ausgesetzt. Fred Lucius
Strasburg.

Mauz schleicht sich langsam an die große Box heran. Ganz geheuer ist der Katze von Marion Hannemann die Sache mit dem Fremden nicht. Sie sucht lieber das Weite. Der Kater in der Box hingegen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Nicht einmal ein lautes Mauzen ist von ihm zu vernehmen. „Morgen wird der Kater kastriert“, sagt Marion Hannemann. Die Aufgabe übernimmt die Tierärztin Dr. Ute Schönfelder aus Voigtsdorf bei Strasburg. Der Kater ist die 61. Straßen-Katze, die Marion Hannemann und ihre Mitstreiterinnen Julia Friedel, Gundula Dressler, Annie Andryk und Ute Ringenberg-Potejuschny seit etwa einem knappen Jahr in Strasburg mit einer Lebendfalle eingefangen haben und kastrieren ließen.

Das Ordnungsamt hat die Frauen zusammengebracht

Eher durch Zufall sind die Frauen zu der Gemeinschaft geworden. Julia Friedel etwa fielen an einem Wohnblock in der Baustraße einmal fünf junge Katzen auf, offensichtlich herrenlos. „Ich hatte Angst, dass die kaputt gehen“, sagt die junge Frau. Marion Hannemann wiederum erlebte bei der Suche nach dem ausgebüxten Tier ihrer Mutter das ganze „Katzen-Elend in der Stadt“. Beide Frauen wandten sich unabhängig voneinander an die Stadt.

Weil die für wilde, herrenlose Tiere kein Geld hat, begann Marion Hannemann schließlich Geld zu sammeln und Spendendosen aufzustellen, unter anderem in ihrem Gardinen-Stoff-Centrum, das sie gemeinsam mit Christine Klug betreibt. In dem Laden erfuhr Gundula Dressler von dem Engagement für die Katzen. „Dirk Röhl vom Ordnungsamt der Stadt hat uns schließlich zusammengebracht“, berichtet Marion Hannemann. Mit Ute Schönfelder hätten sie schnell eine engagierte Tierärztin gefunden, die die Katzen nicht nur kastriert, sondern kranke Tiere auch behandelt.

Wilde Katzen erkennen sie gleich

Die meisten eingefangenen Vierbeiner seien Katzen, Kater deutlich in der Minderheit. „Die Katzen bekommen im Schnitt vier Junge und das zweimal im Jahr. So kommt es zu einer unkontrollierten Zunahme. Bei denen, die wir gefangen haben, funktioniert das nicht mehr“, sagt Gundula Dressler. Insbesondere in Gartenanlagen, aber auch in den Bereichen mit den Wohnblöcken würden Straßen-Katzen angetroffen. „Irgendwann muss es weniger werden. Aber wir schätzen, dass mindestens noch 60 umherlaufen“, erklärt Marion Hannemann und fügt hinzu, dass sie noch nie eine Hauskatze gefangen haben. Wilde Vierbeiner seien zu erkennen.

Sie sind auf Spenden angewiesen

In Obhut nehmen die Frauen keine Tiere, kastrierte Katzen werden am Ort des Einfangens wieder ausgesetzt. Auch würden keine Tiere vermittelt. „Schön wäre es aber, wenn wir vor allem junge Katzen im Tierheim abgeben könnten und die über diesen Weg einen Besitzer finden“, betont Gundula Dressler, die sich wie ihre Mitstreiterinnen wünscht, dass Katzen-Halter die Vierbeiner kastrieren lassen, die sich auch draußen aufhalten. Vom Tierschutzverein bekommen die Frauen ein wenig finanzielle Unterstützung. Weil Tiernahrung, Transport, das Kastrieren und anderes aber weit mehr kosten, sind die Strasburgerinnen auf weitere Hilfen angewiesen. „Bei allen bisherigen Spendern bedanken wir uns“, sagt Marion Hannemann.

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