Hundeschauen

Warum so viele Deutsche Schäferhunde aus dem Ausland anreisen

Die Beteiligung Deutscher Schäferhunde aus dem Ausland bei Hundeschauen hat sich verstärkt. Die Rasse scheint überall beliebter als in ihrem Ursprungsland, doch es gibt Anlass zur Hoffnung.
Moderassen wie der Labrador oder die Französischen Bulldogge haben den Deutschen Schäferhund hierzulande abgelöst.
Moderassen wie der Labrador oder die Französischen Bulldogge haben den Deutschen Schäferhund hierzulande abgelöst. Rainer Marten
Pasewalk

Immer mehr Deutsche Schäferhunde aus dem Ausland nehmen an deutschen Hundeschauen teil. Das bestätigte Johann Buse, zweiter Vorsitzender des Vereins Deutsche Schäferhunde Pasewalk. Bei den größeren Rasseschauen liege das Verhältnis bei etwa 70 Prozent Teilnehmer aus dem Inland gegenüber 30 Prozent aus dem Ausland. Zu der jährlichen Bundessiegerzuchtschau des Vereins für Deutsche Schäferhunde reisen Halter mit ihren Hunden so um die halbe Welt: „Sie kommen aus Australien, Taiwan, China, Japan”, zählt Pressereferentin Roswitha Dannenberg auf, und besonders viele aus Italien.

Zu der ersten Osterschau für Schäferhunde in Pasewalk waren zuletzt auch Halter aus Polen angetreten und in der Gebrauchthundeklasse siegten zwei Hunde aus Russland. „Sie haben den Rassestandard voll erfüllt und das momentane Auftreten und der Pflegezustand an dem Tag haben einfach gepasst”, erinnert sich Buse. Relevant bei Zucht und Ausstellung seien zum Beispiel Rahmengröße, die optimale Winkelung der Beine, außerdem müssen die Ohren gerade und das Gebiss intakt sein.

Dass verstärkt Hundehalter aus dem Ausland für die Hundeschauen nach Deutschland reisen, hat vor allem zwei Gründe: Viele lassen ihre Deutschen Schäferhunde hier zertifizieren, weil ein Zertifikat aus dem Herkunftsland der Rasse nicht nur in Europa, sondern weltweit hohes Ansehen genieße, so Buse.

Moderassen lösen Schäferhund ab

Zudem sei der Deutsche Schäferhund gerade wohl „in allen anderen Ländern beliebter als in Deutschland”, so Buse. Die weiten Reisen zu den Hundeschauen und die damit einhergehende finanzielle Belastung, die viele Halter aus dem Ausland in Kauf nehmen, zeugen für Dannenberg von „enormer Liebhaberei”. In Deutschland hätten dagegen Moderassen wie der Labrador oder der Französischen Bulldogge den Schäferhund abgelöst, erklärt Buse.

„Eine Zeitlang hatten wir hier sehr viele Moderassen, den Mops und den Malteser zum Beispiel”, führt Dannenberg aus, eher die kleinen Hunde also, die sich in der Stadt leichter halten lassen. „Bei ihnen denken viele Leute wahrscheinlich, dass sie nicht so große Ansprüche haben.” Und der Schäferhund als Gebrauchshund wolle eben ausgelastet werden, auch geistig. Das koste Zeit, die viele Menschen heute nicht hätten.

Dazu seien Probleme mit ein paar Krankheiten gekommen, so Buse, „aber da ist man auf einem sehr guten Weg und das wurde auch schon verbessert”. Dennoch gebe es weniger Würfe, dabei gelten die Hunde nicht nur als selbstbewusst und sehr bewegungsfreudig, sondern auch als lernbereit, anpassungsfähig und robust und sollen bei entsprechender Sozialisierung ein gutes Sozialverhalten zeigen. Etwa 250.000 Deutsche Schäferhunde leben nach Angaben des Vereins für Deutsche Schäferhunde derzeit im Ursprungsland der Rasse. Der Eindruck, dass man immer weniger von ihnen auf der Straße sehe, sei laut Buse auch darauf zurückzuführen, dass viele Halter mit ihren Tieren hauptsächlich auf Hundeplätzen unterwegs sind.

Dackel erfreut sich wachsender Beliebtheit

Obwohl in den vergangenen Jahren aus der Mode gekommen, sei der Deutsche Schäferhund im Mutterland doch weiterhin sehr beliebt, gibt Dannenberg Entwarnung. Nach einer Tasso-Statistik hält er sich auf Platz drei der beliebtesten Hunderassen. Und Dannenberg glaubt, zuletzt wieder vermehrt Deutsche Schäferhunde und auch Dackel zu sehen, die ältesten heimischen Hunderassen. Vielleicht hänge es mit einer allgemeinen Rückwendung zur Natur zusammen, überlegt sie, von der auch der Schäferhund profitiere.

„Das mag ein sehr subjektiver Eindruck sein, aber ich bilde mir jedenfalls ein, dass sich der Trend umkehrt, wenn auch minimal, und der Schäferhund wieder in den Blickpunkt rückt.” Natürlich sei es nicht wünschenswert, wenn Hunde Moden unterworfen sind, aber: „Der Deutsche Schäferhund ist eine unglaublich tolle und vielseitige Rasse, die das Interesse verdient.”

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Kommentare (2)

Inhaltlich hoch interessanter Artikel - doch ist das ein ausreichender Grund, ihn zweimal auf der website zu veröffentlichen ? Auf jeden angeblichen Verstoß gegen die Nettiquette wird mit Löschung reagiert, aber in einem Fall der bloßen Platzfüllerei merkt anscheinend niemand etwas....

Darf man überhaupt "Deutscher" Schäferhund sagen, oder ist das nicht schon wieder Antisemitismus?
Ich finde , Schäferhund reicht völlig!