IM ZELT GEHAUST

Was ist Pasewalks Obdachlosem passiert?

In Pasewalk hat ein Obdachloser für Gesprächsstoff gesorgt. Mehrere Wochen campierte er in der Nähe des Netto-Marktes. Doch plötzlich war der Mann verschwunden.
Mehrere Wochen campierte der Obdachlose Janusz W. in diesem Zelt in der Pasewalker Bahnhofstraße in der Nähe des Ne
Mehrere Wochen campierte der Obdachlose Janusz W. in diesem Zelt in der Pasewalker Bahnhofstraße in der Nähe des Netto-Marktes. Fred Lucius
Pasewalk ·

Janusz W. ist weg. Auch sein Zelt mit den wenigen Habseligkeiten in der Pasewalker Bahnhofstraße, in der Nähe des Netto-Marktes, ist seit ein paar Tagen verschwunden. Mehrere Wochen hatte der Obdachlose hier campiert. Was einige Pasewalker befremdete, andere besorgt machte. „Es wird jetzt immer kälter, und gerade zum Winter hin müsste es doch eine Möglichkeit geben, solchen Menschen auch hier in Pasewalk helfen zu können“, schrieb ein besorgter Bürger dem Nordkurier.

Janusz W. ist mittlerweile und immer noch in der Pasewalker Asklepios-Klinik. Dies bestätigt auch Jutta Genz, Sachbearbeiterin Ordnung und Sicherheit im Pasewalker Rathaus. Dass der Obdachlose hier seit geraumer Zeit campte, sei bekannt gewesen. Dies sei schon einmal vor etwa einem Jahr der Fall gewesen, neben dem Netto-Markt auch in der Nähe von Kaufland.

Janusz W. wollte keine Hilfe

„Wir dürfen Obdachlose aber nicht gegen ihren Willen in einer Obdachlosenunterkunft unterbringen oder diese einweisen. Die Person muss wollen. Wenn Hilfe gewünscht wird, stellen wir eine Wohnung zur Verfügung“, erklärt Jutta Genz. Janusz W. habe diese Hilfe aber nicht gewünscht. Die Stadt sei zudem nicht Eigentümerin des Standortes, auf dem sich das Zelt befand. Die Fläche gehöre Privateigentümern. Diese hätten entweder von dem Campieren des Obdachlosen nichts gewusst oder dies geduldet. Bei öffentlichen Flächen könne die Stadt aktiv werden. Nach Angaben der Sachbearbeiterin habe Janusz W. bis Ende Juni im „Haus der Mission“ in Glasow, einer Einrichtung des Europäischen Jugend- und Sozialwerks, Initiative Uecker-Randow, gewohnt. Wie es aus dieser Einrichtung heißt, wohnte er hier mehrere Monate, sei gut versorgt gewesen, habe das Haus dann aber auf eigenen Wunsch verlassen.

Janusz W. ist der erste „klassische“ Obdachlose

Jutta Genz zufolge hat die Stadt Pasewalk in der Oststadt eine Wohnung für Obdachlose von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Pasewalk (Woba) gemietet. Hier würden vor allem Männer untergebracht. Frauen versuche man, in Frauenhäusern unterzubringen. Seien Obdachlose bekannt, nehme die Stadt auch Kontakt zu der Betreuungsbehörde des Landkreises auf, um eine Lösung zu finden. Janusz W. sei in diesem Jahr der erste „klassische“ Obdachlose.

In die Wohnung könnten auch Bürger einziehen und eingewiesen werden, die nach einer Räumungsklage ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Darüber werde das Ordnungsamt informiert. 2021 sei das bisher in zehn Fällen so gewesen, wobei in vier Fällen das Woba-Quartier in Anspruch genommen wurde. Zwei Bürger davon hätten selbst um Hilfe im Ordnungsamt gesucht.

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Kommentare (2)

Für andere ist eine Wohnung da

Die Obdachlosenhauptstadt, speziell für Polen ist doch Berlin.
Hat er sich da verlaufen?