WIRTSCHAFT

Was wird aus Pasewalks großem Fleischbetrieb?

Noch immer prangt das Schild „Lebensmittelbetrieb“ an der Eingangstür zur Pommerschen Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur in Pasewalk. Doch das Unternehmen gibt es fast auf den Tag genau seit zwei Jahren nicht mehr. Aktuell kursieren Nachrichten über einen Neubeginn an dem Firmenstandort in der Friedensstraße. Von Lebensmitteln ist aber keine Rede.
Am Eingangstor zur Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur hängt noch immer der Verweis, dass es sich um einen Lebensmittelbetr
Am Eingangstor zur Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur hängt noch immer der Verweis, dass es sich um einen Lebensmittelbetrieb handelt. Das ist aber seit zwei Jahren nicht mehr so. Rainer Marten
Pasewalk.

Am Tor zum einstigen Verwaltungsgebäude der Pommerschen Fleisch- und Wurstwaren GmbH in der Pasewalker Friedensstraße hängt ein dickes Vorhängeschloss. Auch der Hintereingang ist gesichert – mit einem Maschendrahtzaun. Dort spielte sich ohnehin seit Jahren nicht mehr viel ab; das Haus stand leer. Nach dem Rückzug der alten Geschäftsführung versuchten nacheinander Detlef Deutschländer von Oktober 2012 bis Ende Mai 2015 und später Christian Vogl, den Produktionsgebäuden auf der Hofseite des früheren volkseigenen Schlacht- und Verarbeitungsbetriebes Leben einzuhauchen. Seit genau zwei Jahren spricht niemand mehr über Pasewalks große Tradition der Fleisch- und Wurstverarbeitung: Die Pommersche Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur Verwaltungs-GmbH, ein Nachfolgebetrieb, wurde durch Gerichtsbeschluss mit Datum vom 1. August 2017 aufgelöst.

Soll hier Tierfutter hergestellt werden?

Aber zwei Wochen nach dem Firmen-Aus Mitte August 2017 machte noch einmal der Sohn des früheren Inhabers, Frank Deutschländer, von sich und seiner Familie reden: „Nach familieninterner Rücksprache möchte ich unser Interesse an der insolventen Vertriebsgesellschaft der Pommerschen Fleisch und Wurstwaren bekunden“, verbreitete er damals. Aus dem Geschäft wurde aber nichts. Die Türen der Fleischwirtschaft gingen endgültig zu. Ende 2017 keimte noch einmal Hoffnung auf: Christian Vogl teilte mit, dass er den Standort entwickeln möchte. Wie – das blieb damals offen. Aktuell kursiert in Pasewalk das Gerücht, dass die Produktionsstätte eine Tierfutterproduktion aufnehmen soll. Pasewalks Stadtverwaltung konnte das auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren: Man weiß es schlichtweg nicht, da in der Stadt dazu keine Anfragen oder Anträge eingegangen sind, hieß es auf Nachfrage aus der Verwaltung. Rein rechtlich muss das Gewerbeamt aber einbezogen werden.

Der Besitzer der Liegenschaft handelt mit Sanitäranlagen

Christian Vogl, der Besitzer der Liegenschaft bis heute, ein Österreicher aus Bad Hofgastein, ist seit 2012, also bereits vor der Übernahme der Pasewalker Firma, geschäftsführender Gesellschafter der H.E.L.A. GmbH. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Heizungsanlagen sowie mit dem Bau von Solar- und Sanitäranlagen, einschließlich Wartung, Service und Handel mit Sanitärprodukten. Vorgänger-Unternehmen war die Eisensteinertal Vermögensverwaltungs und Beteiligungs GmbH in Bayerisch Eisenstein. Zwischendurch etablierte er die Firma Green Solutions GmbH, er bot grüne Lösungen für die Hotel- und Tourismusbranche an. Zum Beispiel das Fahren mit E-Bikes. Jüngst hat der Mann den Sitz der H.E.L.A. GmbH geändert: Laut Handelsregister-Bekanntmachung vom 4. Juni 2019 hat seine Firma jetzt eine Templiner Geschäftsanschrift. Pasewalk ist damit nur einen Steinwurf entfernt. Ob er auch hier seine Geschäfte aufleben lässt, bleibt abzuwarten. Auf eine Nordkurier-Anfrage hat der Unternehmer nicht reagiert.

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