100 km/h fuhr ein 15-Jähriger mit solch einem Gerät. Der Vorfall sorgt nicht nur in der Moped-Szene für Gespr&a
100 km/h fuhr ein 15-Jähriger mit solch einem Gerät. Der Vorfall sorgt nicht nur in der Moped-Szene für Gesprächsstoff. dieter76-stock.adobe
DDR-Moped

Weiter Rätsel um Spitzentempo der getunten Simson

Wie schnell hätte der 15-Jährige mit der S 51 eigentlich wirklich fahren können? Das Moped bekommt der Fahrer jedenfalls erst einmal nicht.
Pasewalk

Das getunte Moped, das vor einer Woche auf der Bundesstraße 104 zwischen Pasewalk und Polzow beschlagnahmt wurde, behält die Polizei weiter bei sich. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

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Auch sei noch nicht abschließend entschieden, ob in diesem Fall wirklich ein Gutachter zum Einsatz kommt. „Da werden Ermittler und Staatsanwalt auch Kostenaufwand und Nutzen abwägen.”

Zurückgebaut werden muss so oder so

Allgemein sei es so: „Wenn Beschuldigte zugeben, dass das Moped bearbeitet wurde, kann auch die Auflage, es zurückzubauen, direkt erfolgen, also ohne Gutachter. Das wird bei der Prüfung, ob Gutachter oder nicht, nun eine Rolle spielen.” Es könne also geschehen, dass gar nicht abschließend geklärt wird, auf wie viel km/h es die frisierte S 51 in der Spitze bringen konnte.

Erwischt worden war der 15-jährige Moped-Schrauber mit 100 km/h. Normalerweise schaffen solche DDR-Mopeds laut Polizei rund 60 km/h. Aus der Tuning-Szene gibt es aber Stimmen, dass solche Fahrzeuge sogar noch wesentlich schneller als 100 werden können – nämlich über 150. Auf der Nordkurier-Facebookseite unterhalten sich hunderte Leser seit Tagen über den rasenden Teenager. Manche meinen, der Spaß sei ihm zu gönnen, andere finden das viel zu gefährlich.

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Die andere Simson, mit der wenige Tage später ein 15-Jähriger und ein 16-Jähriger in Pasewalk verunglückten (der Nordkurier berichtete), war entgegen einer anders lautenden Erstmeldung der Polizei sehr wohl versichert und angemeldet – nämlich über ihn selbst, teilte der Vater des Teenagers jetzt mit. Die Polizeibeamten, die den Unfall aufgenommen haben, haben die Daten zum Moped im Zentralen Fahrzeugregister geprüft und mussten auf Grundlage dieses Ergebnisses davon ausgehen, dass das Fahrzeug außer Betrieb und nicht versichert war, erklärte jetzt ein Polizeisprecher. Die Versicherung selbst habe nun aber bestätigt, dass das Moped über einen Versicherungsschutz verfüge, so die Polizei. Es werde nun geprüft, warum die aktuellen Versicherungsdaten nicht richtig im Zentralen Fahrzeugregister eingepflegt sind. 

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