Wirtschaft

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Weitere Start-up-Firmen ziehen aufs Land

Saisonstart für das Weltacker-Projekt in Rothenklempenow. Zum zweiten Mal macht das Projekt auf den Fakt aufmerksam, dass eigentlich nur 2000 Quadratmeter Land pro Person für die Ernährung zur Verfügung stehen. Darauf stellen sich auch Start-up-Firmen ein, die auf Ökologie und Nachhaltigkeit setzen. In Rothenklempenow wird es zwei neue Ansiedlungen geben.
Saisonstart für das Weltacker-Projekt in Rothenklempenow. Zum zweiten Mal macht das Projekt auf den Fakt aufmerksam, dass eigentlich nur 2000 Quadratmeter Land pro Person für die Ernährung zur Verfügung stehen. Darauf stellen sich auch Start-up-Firmen ein, die auf Ökologie und Nachhaltigkeit setzen. In Rothenklempenow wird es zwei neue Ansiedlungen geben.
Rainer Marten

Nach der Gründung des Start-up-Unternehmens Lunch Vegaz, einem Hersteller veganer und vegetarischer Fertigprodukte, lassen sich in der Rothenklempenower Gutsanlage zwei weitere Start-up-Firmen der Lebensmittelbranche nieder.

Möglichst nah heran an die Produzenten! Von diesem Grundsatz lassen sich zwei weitere Start-up-Firmen leiten, die in Kürze ihre Zelte in Rothenklempenow aufschlagen werden. Die Berliner Tlaxcalli GmbH will ab Sommer ihre Produkte in Rothenklempenow herstellen. Tlaxcalli, 2017 gegründet und derzeit in Berlin ansässig, produziert nach Angaben der Inhaber Daniel Möhler und Carl Eugen Jahnke Europas erste Bio-Tortilleria.

Mit der Methode der Nixtamlisation – Mais wird dabei in Wasser und mit Calcium gekocht – stellt die Firma Tortillas und Tostada-Chips in verschiedenen Geschmacksrichtungen her. Dafür wollen sie künftig Mais aus dem regionalen Anbau verarbeiten. Die Tortillas und Tostadas backt Tlaxcalli täglich frisch. Sie sind die Basis für unzählige mexikanische Gerichte, die derzeit sehr beliebt sind.

Das Unternehmen setzt ebenfalls auf Regionalität

Einen Umzug nach Rothenklempenow plant ebenfalls das im November 2016 gegründete Unternehmen „Besserfleisch“. Derzeit unterhält die kleine Firma zwei Standorte in Hamburg und Berlin, sagte Brian Lettkemann. Ziel des Unternehmens war es bisher, Rinder- und Lammfleisch zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten.

Neu aufgenommen wird die Verarbeitung von Schweinefleisch. Das Unternehmen setzt ebenfalls auf Regionalität, spricht sich gegen lange Tiertransporte und stark industrialisierte Produktionsverfahren aus. „Besserfleisch“ will in der Region auf die individuelle kleinbäuerliche Produktion setzen und diese stärken.

Seit über zwei Jahren in Rothenklempenow tätig ist bereits die Firma Lunch Vegaz, die sich auf die Produktion von Fertiggerichten für Veganer und Vegetarier spezialisiert hat. Eingebunden sind die Firmen in die Höfegemeinschaft Pommern. 2014 gegründet, setzen die dort vernetzten Betriebe auf eine ökologische Landwirtschaft und auf regionale Kapazitäten.

Weltacker zeigt, was auf 2000 Quadratmetern alles angebaut werden kann

Zur Sprache kamen die Ideen der Firmen während des zweiten Saisonstarts des Weltacker-Projektes. In Rothenklempenow will das Projekt auch in diesem Jahr die Verbraucher dafür sensibilisieren, dass rein rechnerisch pro Kopf der Bevölkerung nur 2000 Quadratmeter Land zur Verfügung stehen, um die entsprechenden Lebensmittel zu produzieren.

Man könne diese Fläche auch als Dialogfeld verstehen, sagte Tobias Till Keye. Denn die begrenze Fläche werfe eine Reihe von regionalen bis zu globalen gesellschaftlichen Fragen auf. Auf dem Weltacker Rothenklempenow wird auch in diesem Jahr gezeigt, was alles angebaut werden kann. Schulen könnten sich darüber vor Ort informieren.