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Welches Untier will seinen Küken an den Hals?

Die beiden verbliebenen Küken sind gut zwei Wochen alt. Jürgen Mausolf zieht sie nach dem Verlust von drei Küken erst einmal in seinem Keller auf.
Die beiden verbliebenen Küken sind gut zwei Wochen alt. Jürgen Mausolf zieht sie nach dem Verlust von drei Küken erst einmal in seinem Keller auf.
Fred Lucius

Von der Fuchsplage in einigen Dörfern der Region hat Jürgen Mausolf schon gehört. Doch nun ist der Löcknitzer auch selbst betroffen. Drei Küken seiner Trauerschwäne sind verschwunden. Oder sind es doch die Marder? Darüber kann der Vogelfreund nur spekulieren.

Schon von Weitem machen die beiden Trauerschwäne Krach, als sich Jürgen Mausolf dem großen Teich auf seinem Grundstück nähert. Im Eimer hat er Futter für die Alttiere, die stolz ihren langen Hals auf und ab bewegen. „Würde ich jetzt die beiden Küken herbringen, gäbe es richtig Halligalli“, ist sich der Löcknitzer sicher. Die beiden Jungtiere wieder zu den Eltern bringen – das lässt Jürgen Mausolf also lieber bleiben. Schwer zu sagen, ob sie sich überhaupt wieder einfangen ließen. Im Moment sind sie jedenfalls im Keller – da sind sie wenigstens sicher.

Das Quartier für die zwei Küken hat Jürgen Mausolf nicht freiwillig gewählt: Fünf Junge hatten die beiden Alttiere im Schwanenhaus auf dem Teich ausgebrütet. Vor gut zwei Wochen hat der Löcknitzer sie zum ersten Mal gesehen. Doch nach und nach verschwand eines der putzigen Küken. Fuchs oder Marder? „Kann ich nicht sagen. Ich habe keine toten Tiere gefunden, auch keine Federn“, rätselt der Vogelfreund über den Grund des Verlustes. Damit nicht auch noch die beiden letzten Küken verschwinden, hat Jürgen Mausolf sie in Sicherheit gebracht. Und päppelt sie nun im Keller auf. Wenigstens noch zwei bis drei Wochen, bis sie aus dem Gröbsten heraus sind.

„Für einen Züchter ist das schon ein ganz schöner Schlag ins Kontor“, sagt der Löcknitzer. Dabei hatte er sich so über die Brut gefreut. Sie ist die zweite in diesem Jahr. Im März kamen schon einmal sechs Trauerschwan-Küken zur Welt. „Ein kleines Wunder“, sagt Jürgen Mausolf. Seit vier Jahren hält der Löcknitzer Trauerschwäne. Ein Pärchen hat er sich damals aus dem Vogelpark Marlow geholt. „Die Jungen bekommen Mais und Starterfutter. Später fressen sie auch Gras, wie Gänse“, erklärt der Vogelfreund. Viermal konnte er sich bislang über Nachwuchs freuen. Um so schmerzlicher ist das jetzige Verschwinden der niedlichen Jungtiere.

Für die übrigen, so erklärt der Löcknitzer, gibt es auch schon erste Anfragen von Interessenten. Womöglich könnten diese die Tiere in ein paar Tagen übernehmen. Oder aber Jürgen Mausolf richtet auf dem eigenen Grundstück ein Winterquartier ein. Das Gewächshaus beispielsweise würde sich dafür eignen. Fakt ist aber: Spätestens im Alter von einem Jahr müssen die Jungtiere weg sein. Die Alttiere würden sie dann ohnehin vertreiben.