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Weniger Geld: OAS muss abspecken

In der Metallwerkstatt der OAS in Pasewalk arbeiten Roland Appel (vorn) und Georg Brillowski. Zurzeit sind bei der Gesellschaft 259 Männer und Frauen über einen Ein-Euro-Job beschäftigt.  FOTOS: F. Lucius

VonFred LuciusDie Luft wird dünner:Wegen reduzierter Gelder gibt es immer weniger Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt.Das bringt zunehmend auch die ...

VonFred Lucius

Die Luft wird dünner:
Wegen reduzierter Gelder gibt es immer weniger Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt.
Das bringt zunehmend auch die größte Beschäftigungs-
gesellschaft in der Uecker-Randow-Region
in Bedrängnis. So muss sie das Büro in Penkun schließen.

Pasewalk.Das waren noch Zahlen: Rund 2500 Mitarbeiter zählte die Organisation zur Arbeitsförderung und Strukturentwicklung, kurz OAS, zwischen Ueckermünde und Penkun zu besten Zeiten. Jetzt sind es gerade einmal 478 Beschäftigte, davon 259 Ein-Euro-Jobs und 142 Bürgerarbeiter. „Wir müssen Strukturen und Personal anpassen. Sonst ist das nicht zu überstehen“, gibt OAS-Geschäftsführer Jörg Zimmermann unumwunden zu. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter bei der größten Beschäftigungsgesellschaft in der Region ist mittlerweile von einst 32 auf nun 15 gesunken. Wobei von diesen 15 Beschäftigten Jörg Zimmermann zufolge acht mit reduzierter Stundenzahl arbeiten. „Im Wirtschaftsplan für 2013 wird ein Minus stehen. Anfang 2014 wird es weitere Reduzierungen beim Personal geben“, kündigt der OAS-Chef an. Den Stellenabbau versuche man sozial verträglich zu gestalten, was jedoch nicht immer gelinge. Bei den geförderten Stellen auf dem zweiten Arbeitsmarkt geht Zimmermann für 2014 von weiteren Kürzungen aus. „Auch hier müssen wir reagieren“, sagt er. So plant die OAS zum Jahresende die Schließung des Büros in Penkun. Ein-Euro-Jobber und Bürgerarbeiter dort sollen dann von Löcknitz aus betreut werden. In Penkun habe man einst 120 Beschäftigte gehabt, heute seien es zehn. Erwogen werde auch eine Zusammenlegung der Standorte Eggesin und Ueckermünde. Bei Torgelow und Ferdinandshof sei dies schon erfolgt. „Wir müssen Personal für die Projekte, für die Betreuung und die Abrechnung vorhalten. Wenn wir nur noch 50 Leute im Norden und 50 im Süden des Altkreises haben, rechnet sich das nicht mehr“, betont der Geschäftsführer.
Die Kommunen als Gesellschafter der OAS würden sich fragen, wofür sie sich finanziell engagieren, wenn es keine Ein-Euro-Jobber mehr bei ihnen im Ort gebe. Die Nachfrage nach einer geförderten Beschäftigung sei aber nach wie vor groß. Vielen Menschen seien vor allem die
sozialen Kontakte wichtig, die sie über diese Arbeit aufrechterhalten können. Es
sei eine politische Entscheidung, den zweiten Arbeitsmarkt immer weiter zurückzufahren. „Wenn jeder Ar-
beit hätte, könnten wir hier in der Region auch ohne OAS leben“, sagt Jörg Zimmermann.

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f.lucius@nordkurier.de