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Wilde Sperrmüllhaufen verschandeln Pasewalk

Sperrmüll heißt immer auch Häufchenbildung, so wie hier in der Pasewalker Klosterstraße. Im Jahr 2014 hat das Entsorgungsunternehmen Remondis im Altkreis Uecker-Randow insgesamt 3498 Tonnen Sperrmüll abtransportiert.
Sperrmüll heißt immer auch Häufchenbildung, so wie hier in der Pasewalker Klosterstraße. Im Jahr 2014 hat das Entsorgungsunternehmen Remondis im Altkreis Uecker-Randow insgesamt 3498 Tonnen Sperrmüll abtransportiert.
Denny Kleindienst

Zu früh dran zu sein, kann für richtig Ärger sorgen: In Pasewalk liegen Sperrmüllhaufen schon Wochen vor der Abholung im Stadtgebiet. Inzwischen hat sich der Müll schon über Grünflächen und Gehwege verteilt.

Günter Neumann kann von seiner Wohnung im Pasewalker Zentrum aus in zwei Himmelsrichtungen blicken. Er muss dazu nur einmal von der Küche bis zum Balkon am anderen Ende gehen. Doch egal, wohin er derzeit schaut, zu sehen bekommt der 80-Jährige jeweils das Gleiche: Plastetüten, Papierverpackungen und anderen leichten Müll. Der Abfall hängt in Sträuchern und liegt auf den Wiesen zu beiden Seiten seines Wohnblocks. Woher der Abfall kommt, hat Günter Neumann auch schon ausgemacht: von dem Sperrmüllhaufen in der Marktstraße.

In Pasewalk wird seit diesem Montag und noch bis zum Freitag nächster Woche der Sperrmüll abgeholt. Die Marktstraße ist am kommenden Montag dran. Das steht genau so auch in der Abfallfibel des Landkreises, die nicht nur über Abholdatum und Straße informiert, sondern auch verrät, welcher Abfall mitgenommen wird. Außerdem steht dort, man solle Sperrmüll frühestens am Vorabend bereitstellen.

„Alle Leute kriegen dieses Heft. Sie brauchen nur gucken, wann das ist“, sagt Günter Neumann. Und es ärgert ihn, dass dies manche kaum zu interessieren scheint. Die Ersten haben nach Auskunft des Rentners schon vor gut einer Woche ihre Sachen in der Marktstraße abgeladen – zwei Wochen zu früh. „Wenn einer etwas hinschmeißt, geht es der Reihe nach weiter“, sagt Neumann. Der Haufen sei dann schnell größer geworden. Neben einer Polstergarnitur landeten auch Gläser und Pappe auf dem Haufen. „Das gehört da gar nicht hin“, sagt Neumann. „Die Leute sind einfach zu faul, das wegzubringen.“

Ab 2017 wird das System geändert

Vonseiten des Pasewalker Ordnungsamtes heißt es, zuständig für den Sperrmüll sei der Landkreis. Anke Radlof, Sprecherin des Landkreises sagt wiederum: „Wir holen nur ab. Der Landkreis sorgt nicht für die Ordnung in der Stadt.“

Bleibt Günter Neumann nur die Hoffnung, dass 2017 alles besser wird. Dann wird es laut Anke Radlof die öffentliche Straßensammlung nicht mehr geben. Wer Sperrmüll entsorgen will, kann dann individuell einen Abholtermin mit dem zuständigen Entsorgungsunternehmen vereinbaren.