GEGEN DIE AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST

Wildschutzzaun an der Grenze ist fertig

Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Wildschutzzaun entlang der deutsch-polnischen Grenze vier Wochen früher als geplant fertig. Er soll verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest durch infizierte Wildschweine aus dem Nachbarland eingeschleppt wird.
In Mecklenburg-Vorpommern ist der Wildschutzzaun entlang der deutsch-polnischen Grenze fertig. Landwirtschaftsminister Till Ba
In Mecklenburg-Vorpommern ist der Wildschutzzaun entlang der deutsch-polnischen Grenze fertig. Landwirtschaftsminister Till Backhaus schlug gestern bei Pomellen die letzten Krampen ein. Meter weiter beginnt Brandenburg. Dort ist allerdings vom Zaunbau nichts zu sehen. Rainer Marten
Pomellen.

Im Juli vollzog Minister Till Backhaus (SPD) bei Linken den ersten Spatenstich für den Wildschutzzaun, damit die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht aus dem Osten eingeschleppt wird. Am Montag schlug Backhaus bei Pomellen die letzte Zaunkrampe in einen Eichenpfahl an der Grenze zu Brandenburg ein. Fertig! In fünf Monaten wurden 63 Kilometer Zaun gesetzt. Vier Wochen früher als vorgesehen wurden die Arbeiten beendet. Für diese Leistung würde er am liebsten Rothemühls Forstamtsleiter Peter Neumann adeln, sagte Backhaus, denn in dessen Regie sei das Projekt zügig vorangetrieben worden.

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Bei den letzten Arbeiten am Montag an der Grenze zu Brandenburg spürt man in jedem Satz, wie wichtig dem Minister das Projekt ist. Er hat dabei vor allem die Landwirte im Blick. Denn die Schweinefleischproduzenten leiden unter der Seuche. Brandenburg zählt seit Anfang September bis jetzt 177 Wildschweine, die an ASP verstorben sind, in Sachsen gibt es sieben Fälle. „Der wirtschaftliche Schaden, der seit dem 7. September eingetreten ist, beträgt schon jetzt 1,3 Milliarden Euro und wird sich bis zum Jahresende auf 1,5 Milliarden Euro erhöhen“, sagte der Minister.

Große Märkte sind weggebrochen

Weil die Seuche Deutschland erreicht habe, seien große Märkte, darunter China, weggebrochen. Die Schlachtpreise seien drastisch gesunken, und es gäbe einen riesigen „Schlachtschweinstau“, den Backhaus mit rund 690 000 Tieren bezifferte. Die Tiere müssten nach wie vor versorgt werden und passten am Ende nicht mehr in die geforderte Schlachttiernorm. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Seuche so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. Neben dem Wildschutzzaun an der Grenze wurde auch ein 28 Kilometer langer Abschnitt an der A11 zu Brandenburg gesichert.

Für den Zaunbau hat M-V bis jetzt mehr als eine Million Euro eingesetzt. Auch künftig entstehen Kosten. Mindestens zweimal wöchentlich soll der Zaun hinsichtlich verursachter Schäden kontrolliert werden.

Kritik zum Projektabschluss gab es am Montag aus den Reihen der Landwirte aus Nadrensee und Schwennenz. Von dem Termin habe man aus den Medien erfahren, sagte Emanuel Reim, Geschäftsführer der Agrar Schwennenz GmbH. „Wir haben unter anderem Adressen der Flächeneigentümer geliefert, damit der Zaunbau abgestimmt werden konnte. Jetzt hält man es nicht einmal für erforderlich, uns über den Termin zu informieren“, sagte Reim.

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Kommentare (1)

Und damit mindestens 3 Monate zu spät. Die erste Meldung über die afrikanische Schweinepest erfolgte am 10.09.20 durch Landwirtschaftsministerin Klöckner