Energiewende
Windkraft-Protest nimmt immer mehr Fahrt auf

Mehr als einhundert Bürger kamen zur 1. Mahnwache nach Battinsthal, um in der Region den Bau weiterer Windenergieanlagen zu verhindern und in diesem Zusammenhang das regionale Planungsrecht der Gemeinden zu stärken.  
Mehr als einhundert Bürger kamen zur 1. Mahnwache nach Battinsthal, um in der Region den Bau weiterer Windenergieanlagen zu verhindern und in diesem Zusammenhang das regionale Planungsrecht der Gemeinden zu stärken.
Rita Nitsch

Hohe Beteiligung an der 1. Mahnwache in Battinsthal, um den Ausbau der Windenergie in vertretbare Bahnen zu lenken. Weitere Unterschriftenlisten mit einem Appell an den Landkreis füllen sich.

Der Battinsthaler Appell hat gezündet. In diesem hatten drei Bürgermeister des Amtes Löcknitz-Penkun Protest gegen die gängige Praxis, neue Windenergieanlagen durchzusetzen, eingelegt. Die Bürgermeister Reimund Sommer aus Glasow, Gerd Sauder aus Krackow und Bernd Netzel aus Penkun forderten darin die Abschaffung der Windenergie-Privilegierung im Paragrafen 35 des Baugesetzbuches.

Änderungen im Baugesetzbuch erleichterten vor 22 Jahren die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich. Die Kommunen fühlen sich in der Sache zunehmend ungefragt. Vor diesem Hintergrund formierte sich der Protest und es wurde nun zur 1. Mahnwache nach Battinsthal eingeladen. Mehr als 100 Leute kamen, um die Forderungen zu manifestieren. Bürgermeister Sommer bedankte sich für die Courage der Leute. „Es ist schön zu sehen, wie ein kleines Pflänzchen wächst“, sagte er.

Kontrolle über den Windrad-Bau soll vor Ort bleiben

Norbert Schumacher vom Aktionsbündnis gegen unkontrollierten Windkraftausbau und Mitglied der Partei „Freier Horizont“ reiste sogar von der Mecklenburgischen Seenplatte an. „Die Kontrolle über den Bau von Windrädern müssen die Gemeinden vor Ort haben. Dafür ist es notwendig, sich zu organisieren und um eine Stimme zu bekommen, sich als Abgeordnete in Gemeindevertretungen und im Kreistag zu engagieren“, so sein Rat.

Yvette Prellwitz wohnt seit zwölf Jahren in Battinsthal. „Es ist ein schöner Ort. In den vergangenen Jahren hat sich viel verändert. Junge Familien mit Kindern haben sich bewusst niedergelassen. Wir möchten nicht noch mehr Windräder haben“, sagte sie. Um mitreden zu können, will sich die junge Frau für die Kommunalwahlen am 26. Mai als Gemeindevertreterin aufstellen lassen.

Eignungsgebiete: Über 5000 Hektar für Windkraftanlagen

Hintergrund der Aktion, gerade in dieser Region, ist, dass in der vierten Beteiligung zum zweiten Entwurf zum Regionalen Raumentwicklungsprogramm, in Vorpommern 47 Eignungsgebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen sind – mit insgesamt 5156 Hektar. Davon sind zehn Eignungsgebiete mit 934 Hektar im Amtsbereich Löcknitz-Penkun geplant.

„Während die Gemeindevertretung Krackow die Windenergie planerisch steuern möchte und dazu einen Teilflächennutzungsplan „Wind“ aufgestellt hat, wurde die Genehmigung der vier Windkraftanlagen bei Battinsthal vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt erteilt. Und das, obwohl verschiedene Behörden bereits Kenntnis darüber hatten, dass das Windeignungsgebiet Battinsthal in der aktuellen Auslegung des Planungsverbandes Vorpommern gestrichen wurde“, verdeutlichte der Krackower Bürgermeister Gerd Sauder.

Weitere Mahnwachen möglich

Die meisten Bürger, die zur Mahnwache gekommen waren, unterschrieben den Battinsthaler Appell. Doch eines wurde auch klar, diese eine Mahnwache wird nicht ausreichen, um ein Umdenken in der Politik zu bewirken. Deshalb will die Initiative dranbleiben – eine weitere Mahnwache nicht ausgeschlossen. Vielleicht wird diese sogar am gleichen Tag stattfinden, an dem auch andere Initiativen, wie die Bürgerinitiative und Dorfverein „Freie Friedländer Wiese“, Mahnwachen durchführen.

 

Kommentare (1)

wird mit Windmühlen zugeschissen. Im wohlhabenerem Mecklenburg stehen nicht halb so viele. Dabei ist Meckenburg mehr als drei mal größer als Restpommern!