PROTEST

▶ Windkraftgegner gehen in Linken auf die Barrikaden

Erneut protestierten Bürgerinitiativen gegen den massiven Ausbau der Windkraft in der Region am Grenzübergang Linken. Ein neuer Antrag einer Windkraftfirma brachte die Kritiker auf die Palme.
Dominick van Eick organisiert die Proteste in der Grenzregion.
Dominick van Eick organisiert die Proteste in der Grenzregion. Ulrike Müller
Die Windkraftgegner sprachen bei ihren Protesten in Linken auch das Thema Recht und Gesetz an. Rund drei Dutzend Menschen hatt
Die Windkraftgegner sprachen bei ihren Protesten in Linken auch das Thema Recht und Gesetz an. Rund drei Dutzend Menschen hatten sich am Samstag dort zusammengefunden. Ulrike Müller
Linken ·

„Seid laut! Schreibt Anfragen. Seid unbequem! Geht ihnen auf die Nerven!“, so der Grundton von Jens Pörtsen, Mitglied der Bürgerinitiative „Freier Horizont“, der am Sonnabend als Redner an den Protesten gegen den Ausbau der Windkraft in Linken teilnahm. Nur so werde man gehört, sagte er. Auch Künstler sangen mit ihren Liedern gegen die Windkraft an. „Aus unserer Landschaft wird kein Industriepark gemacht“, forderten die Musiker.

Dominick van Eick aus Ramin, Gemeindevertreterin und Kreistagsmitglied, griff die Gedanken auf. Gerade habe eine Windkraftfirma den Antrag für zweimal drei Windräder in der Nähe von Grenzdorf gestellt. In einem Areal, in dem ihren Angaben zufolge Rot- und Schwarzmilane, Rohrdommeln und Fledermäuse leben. Dies würde eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) belegen. Die Windräder, so van Eick, dürften dort niemals gebaut werden. Eine UVP sei erst ab einer Menge von sechs Windrädern vorgeschrieben. Also habe die Windkraftfirma einen Antrag auf zweimal drei Windräder gestellt und sofortigen Vollzug beantragt, erklärte van Eick. Das bedeute, dass sofort gebaut werden könne.

"Hier im Osten wird der ganze Müll abgeladen"

Im betroffenen Gebiet sei gerade ein Feuchtgebiet renaturiert worden, sagte eine Anwohnerin aus Bismark. Seltene Vogelarten würden sich dort wieder ansiedeln. Außerdem sei dort ein Rastplatz für den Vogelzug. Die Protestierenden sprachen von einem Ausverkauf der Landschaft. „Hier im Osten wird der ganze Müll abgeladen“, sagte Dominick von Eick. Den Strom bekämen die Hamburger, monierten die Anwesenden.

Von der Politik fühlen sich die Windkraftgegner weitestgehend im Stich gelassen. Seit Monaten versuche Gerd Hamsch, Gemeindevertreter aus Krackow, einen Termin mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus zu bekommen, der auch für die Umwelt zuständig ist. Bei einem Vorort-Termin zur Fertigstellung des Wildschweinzaunes an der deutsch-polnischen Grenze seien beide ins Gespräch gekommen. Backhaus habe versprochen, sich zu kümmern.

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