:

Wolf greift zwei Rinderherden an

Laut Ministerium hat ein und derselbe Wolf die Kälber bei Ramin und bei Plöwen gerissen. Dieser Wolf stammt vermutlich nicht aus Rudeln in Vorpommern oder Brandenburg.

Rund einen Kilometer von der Jugendbegegnungsstätte in Plöwen entfernt hatte ein Wolf ein Kalb gerissen.
ZVG Rund einen Kilometer von der Jugendbegegnungsstätte in Plöwen entfernt hatte ein Wolf ein Kalb gerissen.

Ein Wolf hat in Vorpommern innerhalb von vier Monaten zwei Rinderherden angegriffen und dabei zwei Kälber gerissen. Das hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, sagte eine Sprecherin des Schweriner Agrarministeriums am Dienstag. Bauern vermuten, dass einzelne Raubtiere ihre Scheu vor Rindern verlieren und sich auf solche Attacken spezialisieren. In Mecklenburg-Vorpommern gab es seit April vier Wolfsangriffe gegen Rinderherden.

Wolfsattacken sorgen für Unruhe

Laut Ministerium hat der Wolfsrüde die Kälber im April bei Ramin und im August bei Plöwen (Kreis Vorpommern-Greifswald) gerissen. Das Tier stamme vermutlich nicht aus Rudeln in Vorpommern oder Brandenburg, da die Muttertiere weitgehend genetisch erfasst seien. Durch die Nähe zu Polen könnte es sich auch um ein eingewandertes Raubtier handeln.

Die anderen Wolfsattacken im Juli bei Plöwen und im August bei Niendorf (Kreis Ludwigslust-Parchim), wo ein rund 400 Kilogramm schwerer Ochse halb aufgefressen gefunden wurde, konnten keinem bestimmten Wolf zugeordnet werden. Die Angriffe hatten bei Bauern für große Unruhe und Abschussforderungen gesorgt.

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fordern Landwirte und andere Agrar- und Zuchtverbände ein Ende der unkontrollierten Ausbreitung des in Europa streng geschützten Wolfes.

Wolf aus MV für Tierrisse in Schleswig-Holstein verantwortlich

Unterdessen wurde bekannt, dass ein Wolf aus Mecklenburg-Vorpommern für mehrere Risse von Rehen und Schafen in Schleswig-Holstein verantwortlich ist. Der männliche Wolf stamme aus dem Wolfsrudel, das in der Lübtheener Heide (Kreis Ludwigslust-Parchim) siedelt, teilte das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein in Flintbek mit. Dies habe durch genetische Untersuchungen festgestellt werden können.

Demnach hat der Wolf mit der Bezeichnung GW 781 Ende August in Weede (Kreis Segeberg) zwei Rehe gerissen. Auch für die Risse von Schafen am 6. und 7. September in den Gemeinden Garding und Poppenbüll auf der Halbinsel Eiderstedt ist er verantwortlich. Bei diesen beiden Vorfälle wurden insgesamt drei Schafe getötet und weitere zwölf Tiere verletzt – sechs der verletzten Schafe mussten aufgrund der Schwere der festgestellten Verletzungen von einem Tierarzt eingeschläfert werden.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 19. September aktualisiert.