WOLFSRISS

Wolf tötet Kälbchen bei Retzin

Mehrere Monate blieb die südliche Kreishälfte Vorpommern-Greifswalds von Wolfsattacken verschont. Jetzt hat ein Wolf mindestens ein Kalb der Agrargesellschaft Grambow gerissen. Möglicherweise waren hier sogar mehrere Räuber am Werk.
Von dem vor wenigen Tagen erlegten Kalb blieb kaum etwas übrig.
Von dem vor wenigen Tagen erlegten Kalb blieb kaum etwas übrig. ZVG/Nitschke
Alles deutet darauf hin, dass mehrere Wölfe das Kalb der Agrargesellschaft Grambow erlegt haben. Ein zweiter Fall liegt e
Alles deutet darauf hin, dass mehrere Wölfe das Kalb der Agrargesellschaft Grambow erlegt haben. Ein zweiter Fall liegt einige Wochen zurück und wurde in dem Unternehmen zu spät bemerkt. Oliver Berg
Ramin.

Für Geschäftsführer Harald Nitschke haben unruhige Nächte begonnen. Nachdem über Monate die südliche Kreishälfte Vorpommern-Greifswalds von Wolfsattacken verschont geblieben war, hat in kürzester Zeit der Räuber gleich zweimal in den Mutterkuhherden der Agrargesellschaft Grambow zugeschlagen. „Einen Fall haben wir zu spät festgestellt und gar nicht gemeldet, jetzt aber gab es einen zweiten Fall. Das ärgert uns sehr“, sagt Nitschke.

„Die Reste waren total abgenagt”

Aktuell grasen zwei Herden des Betriebes mit jeweils 90 Mütterkühen den Futterroggen auf Flächen bei Retzin in Richtung Löcknitz ab. Seit Anfang März kalben die Mutterkühe. Mehr als hundert Kälber haben bereits das Licht der Welt erblickt. Bis in den Mai hinein werden weitere hinzukommen. Der Wolf hat den Nachwuchs offenbar als Beute ausgemacht. „Wir haben die Reste des Kalbes außerhalb der Koppel und total abgenagt entdeckt. Die Spurenlage deutet darauf hin, dass da nicht nur ein Wolf, sondern mehrere am Werk waren.

Auch der Wolfsbeauftragte geht von mehreren Tieren aus

Davon geht auch Thorsten Dinse aus, der als Wolfsbeauftragter der Uecker-Randow-Region den Vorfall geprüft hat“, sagt Nitschke. Den Landwirt ärgert, dass der Räuber nicht nur die Herden in Angst und Schrecken versetzt, sondern auch der finanzielle Verlust: Im Herbst werden die Kälber verkauft. Je Tier fließen rund 900 Euro in die Firmenkasse. „Die Mutterkuh, die den Verlust zu beklagen hat, wird praktisch ein ganzes Jahr umsonst gehalten“, erklärt Nitschke. Er unterstreicht die Forderung der Landwirte, Wölfe, die Schäden anrichten, unbürokratisch zur Strecke bringen zu können. „Wir sollten hier konsequent sein“, betont Nitschke. Und das auch angesichts der zahlreichen Kälber, die aktuell noch auf den Futterroggenschlägen des Unternehmens unterwegs sind.f

Im vergangenen Jahr gab es so viele Risse wie nie zuvor

Im vergangenen Jahr haben Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern so oft Schafe, Rinder und andere Nutztiere angefallen und gerissen wie noch nie. Das Schweriner Agrar- und Umweltministerium nahm für 2019 43 Tierrisse auf, bei denen 151 Nutztiere getötet und 54 Tiere verletzt wurden. Bis dahin galt 2018 als Spitzenjahr. Dort waren es 23 Wolfsattacken mit 162 getöteten und 42 verletzten Nutztieren. 2017 untersuchten die Behörden 28 Wolfsangriffe, denen 88 Nutztiere zum Opfer gefallen waren.

Die Zahl der Wölfe im Nordosten stieg 2019 laut Ministerium von vier auf acht Rudel. Dazu kommen mehrere Wolfspaare und einige Einzeltiere. Jäger und Landwirte bezweifeln diese Zahlen. Sie vermuten in der Region mehr Wölfe, als in den offiziellen Statistiken aufgeführt werden. Beobachtungen sollten über die Webseite des Wolf-Monitorings gemeldet werden: www.wolf-mv.de

 

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Kommentare (1)

Der Mensch schlachtet ein Kalb.
Der Wolf tötet das Kälbchen? Ein wenig reißerisch das Ganze. Der böse Isegrimm mal wieder. Wie kann er es wagen, seinen angestammten Naturraum wieder in Besitz zu nehmen...
Wieviel Nutztiere wohl vom Mensch getötet wurden in 2019? Sicherlich mehr als die knapp 150 vom Wolf gerissenen...
Prämie zahlen und fertig. Meine Güte....