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Wow, was für ein Ungetüm!

So etwas wie diesen Karpfen aus dem Penkuner See hat Günter Krause (rechts)noch nicht gesehen: Der gigantische Fisch ist etwa 1,49 Meter groß und wiegt sage und schreibe 50 Kilogramm.
So etwas wie diesen Karpfen aus dem Penkuner See hat Günter Krause (rechts)noch nicht gesehen: Der gigantische Fisch ist etwa 1,49 Meter groß und wiegt sage und schreibe 50 Kilogramm.
Lothar Kaselow

In den Penkuner Seen wurde nun ein so großer Karpfen zu Tage gefördert, wie er in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gesehen wurde. Mit Köder und Angel bekommt man so ein Ungetüm nicht zu fangen, da musste schon das Zugnetz herhalten.

Einen solchen Karpfen hat das Land noch nicht gesehen. Auch ein ausgewiesener Fischexperte wie Marco Röse ist nachhaltig beeindruckt: „Ich habe noch nicht gehört, dass in Mecklenburg-Vorpommern schon einmal so ein großer Marmorkarpfen gefangen wurde!“, sagt der Gewässerwart des Landesanglerverbandes.

Röse hat das 1,46 Meter lange und etwa 50 Kilogramm schwere Monstrum selbst mit aus den Penkuner Seen gezogen. „Bei dem hab’ ich mich ganz schön schwer getan“, sagt er. Der Deutsche Angelfischerverband bestätigte, dass das „ein wahnsinnig großer Fisch“ ist, der sich noch dazu mit Rekordfängen deutscher Angler messen kann, die beim Marmorkarpfen bei 50 Kilogramm liegen.

Doch wie kann aus einem Fisch ein solches Ungetüm werden? An chemischen Substanzen im Wasser scheint es nicht zu liegen. Denn der Einsatz von Chemie, genauer gesagt von Polyaluminiumchlorid, steht den Penkuner Seen erst noch bevor.

Junge Karpfen sind Pflanzenfresser

Hat der Karpfen sich vielleicht verwandelt? Zumindest hat er mit dem Alter seine Ernährung umgestellt und sich vom Pflanzen- in einen Fleischfresser verwandelt. Wenn auch „sehr kleines Fleisch“, wie Marco Röse sagt. Ernähren sich die Jungtiere des Marmorkarpfens noch ausschließlich von pflanzlichem Plankton, fressen die älteren Fische alles rund um einen Millimeter Größe, also auch Wasserflöhe und kleine Krebstiere. Ärgerlich nur, dass das niemand wusste, als die Fische 1969 als zweijährige Jungtiere in die Penkuner Seen eingesetzt wurden. Sie sollten dort das Plankton abfressen.

Einmal im Wasser, bekam man die Marmorkarpfen mit Angeln dann nicht mehr heraus, weil die Köder für die Fische zu groß sind. Doch kann ein Tier mit so kleinen Häppchen so dick werden? Marco Röse verweist auf den Blauwal, dem das mit allerlei Kleinzeug als Nahrung auch gelingt.

Es scheint, als habe sich der Riesenkarpfen einfach richtig wohl gefühlt in den Penkuner Gewässern, noch dazu gebührenden Abstand zu den Fischern gehalten und sicher auch ein paar Krebse und Wasserflöhe mehr gefressen, als seine Kollegen im See. Dem großen Zugnetz, das beim Abfischen der Penkuner Seen zum Einsatz kam, konnte der dicke Karpfen nun nicht mehr entgehen. Und die Angler freuen sich über den kapitalen Fang.

In Asien werden Karpfen noch größer

In seiner Heimat Asien kann der Marmorkarpfen bis zu 90 Kilogramm schwer werden, sagt Marco Röse. Dort seien die klimatischen Verhältnisse aber auch anders. In unseren Gefilden liege das Maximum dagegen bei um die 35 Kilogramm. „Da hat er ganze 15 Kilogramm mehr“, sagt Röse anerkennend. 

Inzwischen liegt der Riesenfisch in der Tiefkühltruhe von Günther Krause. Der Penkuner sagt, der Fisch sei richtig geschlachtet und anschließend in 15 Teile zerlegt worden. Von den Bauchlappen sei etwas abgeschnitten worden. Der Rest des Karpfens werde am 17. Dezember geräuchert, und Krause werde ihn zusammen mit ein paar Freunden verspeisen. „Es werden wohl eher zwei Räucherabende“, sagt Günter Krause.