Das Kalb erblickte am Dienstag das Licht der Welt. Mitarbeiter der Storkower Agrar AG fanden es tot und stark verschmutzt auf
Das Kalb erblickte am Dienstag das Licht der Welt. Mitarbeiter der Storkower Agrar AG fanden es tot und stark verschmutzt auf der Wiese. Rainer Marten
In den Randow-Wiesen bei Krackow hält die Storkower Agrar AG naturnah 156 Mutterkühe. Ab März kalben die K&uuml
In den Randow-Wiesen bei Krackow hält die Storkower Agrar AG naturnah 156 Mutterkühe. Ab März kalben die Kühe. Das erste Kalb, das am Dienstag geboren wurde, fanden Mitarbeiter des Unternehmens tot in den Wiesen. Rainer Marten
Wolfsriss vermutet

▶ Wurde das erste Kalb des Jahres ein Opfer des Wolfes?

Bei der Storkower Agrar AG erblickte am Dienstag das erste Kalb des Jahres das Licht der Welt – Stunden später wurde es tot und ohne Innereien aufgefunden. War es ein Wolf?
Krackow

Herdenmanager Johannes Martin Krause, Mitarbeiter der Storkower Agrar AG, Sitz Krackow, muss nicht nachlesen, um die Riss-Verluste des vergangenen Jahres aufzulisten: Von den 156 Mutterkühen der Herde in den Randow-Wiesen waren zehn nicht tragend, zehn, eventuell sogar elf Kälber wurden Opfer von Wolfsattacken, schlüsselt er auf. „Es gab auch natürliche Verluste, die bei drei Prozent liegen“, sagt er und fügt hinzu, dass wiederum die Ursache jedes Verlustes nicht eindeutig geklärt werden konnte. „Zum Beispiel sind vier Kälber verschwunden, zwei davon bereits mit Ohrmarken – ohne Spuren zu hinterlassen“, ergänzt Ines Krause, Assistentin der Geschäftsführung.

Schon wenige Stunden nach der Geburt tot

In der Herde in den Randow-Wiesen hat in dieser Woche die spannendste Zeit des Jahres begonnen: Die Mutterkühe kalben. Am Dienstag kam das erste Tier zur Welt, Stunden später wurde es tot und ohne Gedärme aufgefunden. Über Genproben will das Unternehmen herausfinden, welches Raubtier den Tod verursacht hat.

„Das Kalb sah fürchterlich aus. Total verschmutzt. Es wurde am Boden hin und her gezerrt. Das kann nur ein großes Raubtier gewesen sein“, sagt Ines Krause. In dem Unternehmen macht sich angesichts des Vorfalles große Sorge breit: Wie wird dieses Jahr verlaufen?

Pilotprojekt mit Schutzzaun

Vor einem Jahr hatte die Geschäftsführung angesichts der Wolfsrisse einen Antrag zur Entnahme eines Wolfes gestellt. „Der Antrag ruht, auch in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Präventionsberater“, sagt Ines Krause. Unternehmen und Behörde hätten sich geeinigt, dass ein Schutzzaun errichtet werden soll. „Er ist als Pilotprojekt geplant, um die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme zu testen. Fünf Kilometer Zaun, fünf Litzen, also fünf Strom führende Leitungen, hoch, kosten natürlich.

Betriebswirtschaftlich ist das für uns eine zu hohe Ausgabe, deshalb hoffen wir auf eine Förderung durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Die Untere Naturschutzbehörde hat eine positive Stellungnahme abgegeben, auch die Amtstierärztin äußerte sich positiv. Aber alles ist sehr zäh; wir kommen kaum voran“, sagt Ines Krauses. Und sie fügt hinzu: „Wenn man die Situation realistisch betrachtet, dann ist diese Saison bereits gelaufen, die Kälber erblicken das Licht der Welt, wir haben den ersten Vorfall in diesem Jahr.“ Wird es wieder ein Wolfsjahr?

Video: Was passiert bei einem Wolfsriss? (3:50)

[Video]

 

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