NACH DEM GÜLLE-SKANDAL

Zwei Millionen neue Fische in der Uecker

Das waren keine schönen Bilder: Massenhaft sind im September 2013 Fische in der Uecker qualvoll verendet. Nach einer Havarie in der Agrargenossenschaft Göritz war Gülle in den Fluss gelaufen. Jetzt haben Angler zwei Millionen Fische ins Wasser gesetzt.
Andreas Belz (links) und Norbert Koch vom Kreisanglerverband Uecker-Randow bringen am Wehr der Uecker in Nieden kleine Quappen aus.
Andreas Belz (links) und Norbert Koch vom Kreisanglerverband Uecker-Randow bringen am Wehr der Uecker in Nieden kleine Quappen aus. Fred Lucius
Norbert Koch (links), Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Uecker-Randow, und Wolfgang Mohns, Chef des Kreisanglerverbandes Prenzlau, besprechen am Niedener Wehr den Ablauf des Fischbesatzes.
Norbert Koch (links), Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Uecker-Randow, und Wolfgang Mohns, Chef des Kreisanglerverbandes Prenzlau, besprechen am Niedener Wehr den Ablauf des Fischbesatzes. Fred Lucius
Fischer Werner Loch (links) im Gespräch mit den Anglern von den Verbänden Uecker-Randow und Prenzlau.
Fischer Werner Loch (links) im Gespräch mit den Anglern von den Verbänden Uecker-Randow und Prenzlau. Fred Lucius
Massenweise kamen nach dem Gülle-Eintrag Fische in der Uecker ums Leben.
Massenweise kamen nach dem Gülle-Eintrag Fische in der Uecker ums Leben. privat
Nieden.

Zehn große Milchkannen hat Werner Loch auf der Ladefläche seines Autos. In den Kannen tummeln sich unzählige winzige Fische – zwei Millimeter kleine Quappen. „Zusammen sind das etwa eine Million“, berichtet Werner Loch. Der Fischer aus Hohen Sprenz bei Güstrow ist nach Nieden gekommen, um Vertretern der Kreisanglerverbände Uecker-Randow und Prenzlau den Fischbesatz aus seinem Aufzuchtbetrieb zu übergeben. Von Nieden aus bringen die Angler die Quappen an zehn Stellen Richtung Pasewalk und Prenzlau in die Uecker.

„Wir haben uns nach der Havarie auf Besatzmaßnahmen mit Quappen und Glas-Aalen verständigt, weil sich diese Arten nicht reproduzieren. Bei anderen Fischarten ist das nicht notwenig“, erläutert Norbert Koch, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Uecker-Randow. Mit seinem Kollegen vom Kreisanglerverband Prenzlau, Wolfgang Mohns, ist sich Koch einig: Eine Verunreinigung eines Gewässers in dieser Größenordnung wie im September 2013 hat es bislang nicht gegeben.

Der Agrarbetrieb in Göritz als Verursacher des Gülle-Eintrages hatte sich bereit erklärt, ein Gutachten sowie Fischbesatz als Ausgleich zu bezahlen. „Es ist schwer zu sagen, wie viele Fische damals starben. Nach einer Beprobung hat man kaum Unterschiede festgestellt. Aber das ist kein Wunder. Wenn das Wasser wieder einigermaßen sauber ist, kommen auch schnell Fische aus Richtung Prenzlau nach“, meint Norbert Koch.

Weitere Besatzmaßnahmen sollen folgen

Das Agieren der Behörden nach der Havarie bezeichnen Koch und Mohn auch heute noch als wenig glücklich. Erst Tage später seien die Anglerverbände als Pächter des Fischereirechts offiziell informiert worden. Die kleinen Quappen wandern – so sie nicht gefressen werden – Richtung Haff, um später zum Ablaichen wieder in die entgegen gesetzte Richtung zu schwimmen. Die Uecker ist nach Angaben der Angler reich an Fischarten. Forellen, Schleie, Hechte, Plötze, Barsche, Bleie oder Aal würden hier vorkommen.

Nach der jetzigen Besatzmaßnahme sollen weitere folgen. „Über alle Gewässer verteilt, haben wir im vergangenen Jahr für 20 000 Euro Jungfische eingesetzt“, sagt Norbert Koch. Wolfgang Mohns nennt für seinen Bereich diese Zahlen: Die Prenzlauer Fischer brachten 2013 drei Tonnen Karpfen, 150 Kilogramm Schlei, 270 Kilogramm Zander und 60 Kilogramm Glaskarpfen aus.

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