BAHNBAUARBEITEN

Zweites Gleis auf Strecke Berlin–Stettin stiftet Hoffnung

In Penkun verbindet man große Hoffnungen mit dem Ausbau der Bahnlinie Berlin-Stettin. Besonders wichtig dafür ist der Bahnhof im benachbarten Tantow.
Rainer Marten Rainer Marten
Tantows Bahnhof ist bereits mehrgleisig. Aber auf der Gesamtstrecke von Berlin nach Stettin fehlt auf rund 40 Kilometer das zw
Tantows Bahnhof ist bereits mehrgleisig. Aber auf der Gesamtstrecke von Berlin nach Stettin fehlt auf rund 40 Kilometer das zweite Gleis. Das soll bis zum Jahr 2026 montiert werden. Rainer Marten
Penkuns Bürgermeisterin Antje Zibell (l.) erläutert Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (2.v.r.), wie
Penkuns Bürgermeisterin Antje Zibell (l.) erläutert Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (2.v.r.), wie wichtig die Strecke auch für die vorpommerschen Grenzgemeinden ist. Rainer Marten
Penkun.

Etwa zehn Jahre lang wurde das Projekt debattiert und seit dem Frühjahr ist es bestätigt: Die grenzübergreifende Bahnstrecke zwischen Berlin und Stettin wird bis 2026 zweigleisig ausgebaut. Entlang der Strecke werden schon jetzt erste „Park and Ride“ (Park und Reise-Anlagen) errichtet.

Eine solche Baustelle befindet sich auch in Tantow. Der Ort ist gerade mal sechs Kilometer von Penkun entfernt. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider überzeuge sich dort am Montag von den Baufortschritten. Die Löcknitzer Ruff Hoch- und Tiefbau GmbH gestaltet dort seit März 2018 den Bahnhofsvorplatz neu. Flächen werden befestigt und neu geordnet. Im Herbst soll der Umbau abgeschlossen sein.

Am Bahngelände entstehen 35 Parkplätze für Pkw und 24 Abstellplätze für Räder. Das Land Brandenburg unterstützt das Vorhaben mit mehr als 660000 Euro aus dem Programm zur investiven Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

„Wir wollen die Mobilität in allen Landesteilen verbessern. Pendlerinnen und Pendler aus Deutschland und Polen, Auszubildende und Schüler werden von dem neu gestalteten Vorplatz profitieren. Neue Abstellplätze für Räder und Autos und barrierefreie Bushaltestellen werden den Umstieg auf die Bahn erleichtern“, sagte Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD).

Berliner können in einer Stunde in der Region sein

Penkuns Bürgermeisterin Antje Zibell (CDU) bezeichnete vor Ort sowohl den zweispurigen Streckenausbau als auch die Investitionen der Gemeinde Tantow als einen Schlüssel auch für die Zukunft ihrer Stadt und der Region insgesamt. Penkun liege nur sechs Kilometer von Tantow entfernt. In absehbarer Zeit könnten zum Beispiel die Berliner in nur 60 oder 70 Minuten in der Region sein. Da seien die Fahrzeiten innerhalb Berlins manchmal sogar länger.

„Wir haben in der Stadt einen Fahrdienst, sodass es kein Problem sein dürfte, auch die weiteren Wege von Tantow zu uns schnell zurückzulegen.“ Der zweigleisige Ausbau der Strecke bis 2026 würde von den Kommunen ein anderes, auf die Zukunft ausgerichtetes Denken verlangen, zum Beispiel für die Bereitstellung von Bauland für den Wohnungsbau, von intakten Schulen und modernen Kitas für junge Familien, so Zibell. Persönlich setzen sie viel Hoffnung in die Bahnlinie, da dann zwei Metropolen im Stundentakt erreichbar sein werden. Bereits ab Herbst, so ergänzte Amtsdirektor Frank Gotzmann, werde es neue Früh- und Spätverbindungen zwischen den Städten geben.

Die Bahnstrecke Berlin-Stettin gilt als eine der ältesten in Deutschland. Sie wurde in den 1840er Jahren angelegt. Ein Teil ist seit 1863 beziehungsweise seit 1873 zweigleisig ausgebaut. Auf rund 40 Kilometern von Passow bis Szczecin-Gumience wurde das zweite Gleis nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung abgebaut.

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