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Pause für „Knattermaschinen“

Rasenmäher strapazieren die Nerven der Nachbarn. Bundesweite Regelungen und Vorschriften der einzelnen Kommunen sorgen aber zumindest für Zwangspausen.  FOTO: dth48/Fotolia

VonBernd HamannWenn Hausbesitzer ihrAnwesen aufhübschen, geschieht das nicht immer zur Freude der Nachbarn. Denn Rasenmäher können ordentliche ...

VonBernd Hamann

Wenn Hausbesitzer ihr
Anwesen aufhübschen, geschieht das nicht immer zur Freude der Nachbarn. Denn Rasenmäher können ordentliche Dezibel-Zahlen erreichen. Wann Ruhe herrschen muss, entscheidet jede Kommune selbst.

Neubrandenburg.Gut zu Mittag gespeist. Jetzt noch eine Stunde aufs Ohr legen. So kann das Wochenende starten. Um Himmels Willen! Was ist denn das. Jetzt fängt der Nachbar mitten in der Mittagsruhe an, mit seiner „Knattermaschine“ den Rasen zu mähen. Das geht ja nun wirklich nicht!
Ob Rasenmäher, Heckenscheren oder Vertikutierer: So manche Nachbarschaft ist wegen dieser Maschinen schon empfindlich gestört worden. Sei es, dass sie mörderisch laut waren oder zur „Unzeit“ betrieben wurden. „Ob Ortssatzungen Regelungen zu Einsatz- und Benutzungszeiten derartiger Geräte enthalten, ist in unserem Umweltamt nicht bekannt“, sagt die Pressesprecherin des Landkreises Mecklenburg-Strelitz, Haidrun Pergande. „Das ist nur einzeln bei den Kommunen zu erfragen.“
Die bundesweit geltende 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes führt in ihrem Regelwerk zahlreiche Geräte und Maschinen auf, die in Wohngebieten nur zu bestimmten Zeiten eingeschaltet werden dürfen. Sonn- und feiertags sowie werktags zwischen 20 und
7 Uhr dürfen folgende Geräte nicht benutzt werden: Rasenmäher mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Mehrzweckgeräte mit einer Motorstärke von mehr als 20 Kilowatt, Vertikutierer mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Rasentrimmer und Rasenkantenschneider mit Elektromotor, Heckenscheren mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, tragbare Kettensägen mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Schredder und Zerkleinerer mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Wasserpumpen (ausgenommen Tauchpumpen) und Schneefräsen.
Einige besonders laute Gartengeräte dürfen sonn- und feiertags nicht benutzt werden und außerdem nicht werktags von 13 bis 15 Uhr sowie bereits ab 17 Uhr bis
9 Uhr morgens. Dabei handelt es sich um Freischneider und Grastrimmer mit Verbrennungsmotor sowie um Laubbläser und Laubsammler mit Elektro- oder Verbrennungsmotor. Wenn jedoch der Einsatz „zur Abwendung einer Gefahr“ bei Unwetter oder Schneefall „oder zur Abwendung einer sonstigen Gefahr für Menschen, Umwelt oder Sachgüter erforderlich ist“, gilt dies alles nicht.
In Dorf- oder Mischgebieten oder auch Gewerbegebieten ist die 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes nicht wirksam. Das heißt dort dürfen Rasenmäher und Co. jederzeit betrieben werden. Grenzen sind hier zumindest die allgemeine Nachtruhe und mögliche Sonderregelungen. Bevor der Rasenmäher oder die Heckenschere jedoch mittags angeworfen werden, sollte geklärt werden, ob die örtliche Gemeinde womöglich strengere Regelungen als die bundesweite Verordnung vorsieht. In manchen Gemeinden gibt es nämlich eine Mittagsruhe, in der ebenfalls kein Lärm gestattet ist. Verstöße gegen die Lärmschutzverordnung können übrigens mit einer Geldbuße bis zu 50000 Euro geahndet werden. Aber: Wer einen handbetriebenen Rasenmäher – und damit seine Muskelkraft – einsetzt, für den gilt überhaupt keine Sperrstunde.

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